03.2021
m.bild.de
Streaming-Riese Netflix hat angekündigt, einen 100 Mio. Dollar Fonds zur Förderung von Talenten aus „unterrepräsentierten Gruppen in der Film- und Fernsehbranche“ aufzulegen. Parallel wurde die bislang umfassendste Diversity-Studie eines Unternehmens der Film- und TV-Branche veröffentlicht.
Der Streaming-Dienst will sich jetzt noch stärker als bisher für Repräsentation und Diversität einsetzen.
Netflix-Co-CEO und der für Content verantwortliche Filmproduzent Theodore Sarandos (56) kündigten dafür ein riesiges finanzielles Commitment an: Der Film- und Streaming-Gigant verpflichtet sich demnach, in den nächsten fünf Jahren eine riesige Millionensumme dafür ausgeben, um unterrepräsentierten Gruppen wie LGBTQ, nicht-weißen Menschen und Menschen mit Behinderung zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen.
Grund für diese Maßnahme: Die Veröffentlichung der von Netflix in Auftrag gegebenen Annenberg-Studie von Dr. Stacy L. Smith.
Sie und ihr Team haben in den letzten zwei Jahren die Zusammensetzung von Netflix-Teams vor und hinter der Kamera untersucht. Eine solche Studie soll es ab jetzt alle zwei Jahre geben.
Die aktuellen Ergebnisse sind in vielen, der untersuchten Parameter sehr ermutigend, gerade im Bereich LGBTQ gibt es aber noch deutlich Luft nach oben.
Sarandos: „Bei der Untersuchung von 22 Indikatoren für Inklusion in Filmen und Serien zeigten 19 eine deutlich positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Wir sind der Branche voraus, wenn es darum geht, Frauen und Women of Color als Schöpferinnen, Showrunnerinnen und Regisseurinnen von Serien zu engagieren, und wir haben eine Gleichstellung der Geschlechter in den Hauptrollen unserer Filme und Serien erreicht.“
Zudem habe man auch „die proportionale Repräsentation von Schwarzen Schauspieler*innen über die beiden untersuchten Jahre hinweg übertroffen“.
Bei LGBTQ ist die Förderung auch nötig!
Und weiter: „Beispielsweise gibt es im Vergleich zur US-Bevölkerung immer noch beträchtliche Lücken bei der Repräsentation von Communitys mit Wurzeln in Lateinamerika, Nahost/Nordafrika, den indigenen Völkern Amerikas/Alaskas/Hawaiis und dem pazifischen Raum. Und auch bei der stärkeren Repräsentation der LGBTQ-Community und Personen mit Behinderungen gibt es noch einiges zu tun.“
LGBTQ sind zwar im Netflix-Programm zwar schon jetzt stärker vertreten, als anderswo, aber eben, so die Selbsteinschätzung des Unternehmens, bei weitem noch nicht ausreichend.
► Nur zwei Prozent aller Hauptcharaktere und drei Prozent aller Sprechrollen im Netflix-Programm sind LGBTQ.
► Transgender-Charaktere gibt es nur sehr, sehr wenige.
► Zwar sind die Hälfte aller LGBTQ-Charaktere Frauen, aber der Großteil der LGBTQ-Ensembles sind nach wie vor männlich.
► 40 Prozent aller LGBTQ-Charaktere in Serien oder Filmen. auf Netflix sind nicht weiß.
► Und nur 17 Prozent aller LGBTQ-Charaktere haben Kinder.
Dr. Stacy L. Smith erläutert in diesem Video die Ergebnisse der Studie:
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www.focus.de
„Befürwortung extremistischer Ideen“
Getty Images/Daniele Venturelli
Freitag, 05.07.2024, 13:50
Der saudische Netflix-Produzent Abdulaziz Almuzaini muss 13 Jahre ins Gefängnis. Grund dafür ist seine Serie, die auf der Streaming-Plattform erschienen ist.
Ein Produzent, der mit der Streaming-Plattform Netflix zusammengearbeitet hat, sieht sich einer drastischen Strafe ausgesetzt: Das saudi-arabische Antiterrorgericht hat Abdulaziz Almuzaini zu einer 13-jährigen Haftstrafe verurteilt, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Gegenstand der Anklage ist eine Animationsserie, die offenbar eine Reihe von Tabus in dem konservativen Königreich gebrochen hat.
Netflix-Produzent wegen „Förderung von Homosexualiät“ angeklagt
In einem Video, das Abdulaziz Almuzaini selbst veröffentlichte, erklärt er, dass ihm ein Ausreiseverbot auferlegt wurde und er wegen der Förderung von Homosexualität angeklagt sei. Diese Anschuldigung habe ihn dazu gezwungen, sein Unternehmen „Myrkott Animation Studio“ aufzulösen und seine Mitarbeiter zu entlassen. Das „Wall Street Journal“ berichtet in diesem Zusammenhang, dass die Gerichtsdokumente ihn beschuldigen würden, das arabische Regime verspottet und sich für Frauenrechte ausgesprochen zu haben. Eine offizielle Stellungnahme seitens der Behörden ist bislang ausgeblieben.
Almuzaini bittet den saudi-arabischen Prinzen um Hilfe
In dem bereits wieder gelöschten Video appellierte Almuzaini an den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, mit der Hoffnung, dass dieser etwas an seiner Situation ändern könne. „Es wurde festgestellt, dass sich der Angeklagte der Befürwortung extremistischer Ideen und des Versuchs, das soziale Gefüge und die nationale Einheit zu destabilisieren, schuldig gemacht hat“, äußerte das Gericht in seinem Urteil.
„Masameer County“: Eine Serie, die Tabus bricht
Die von Almuzaini produzierte Serie „Masameer County“, die 2021 auf Netflix startete, zeichnet sich durch einen humorvollen Umgang mit einer saudi-arabischen Gesellschaft im Umbruch aus und spielt mit verschiedenen gesellschaftlichen Tabus, darunter auch Homosexualität – ein schweres Verbrechen im Königreich.
Saudische Aktivisten kritisieren das Land wiederholt für das harte Vorgehen gegen Äußerungen gegen das Königreich im Internet. Im Jahr 2022 wurden zwei Frauen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie sich online geäußert hatten.
https://www.focus.de/kultur/stars/befuerwortung-extremistischer-ideen-foerdert-homosexualitaet-netflix-produzent-muss-13-jahre-hinter-gitter_id_260112090.html