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Handinneres

Inneres der Hand. Sohle, die nicht mehr geht
als auf Gefühl. Die sich nach oben hält
im Spiegel
himmlische Straßen empfängt, die selber
wandelnden.
Die gelernt hat, auf Wasser zu gehn,
wenn sie schöpft,
die auf den Brunnen geht,
aller Wege Verwandlerin.
Die auftritt in anderen Händen,
die ihresgleichen
zur Landschaft macht:
wandert und ankommt in ihnen,
sie anfüllt mit Ankunft.

Rainer-Maria-Rilke

Aus: Die Gedichte 1922 bis 1926 (Muzot, um den 1.10.1924)

Kommentare

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(Nutzer gelöscht) 13.10.2013 um 12:38
Ein schönes Gedicht hat irgendwie was Verträumtes
 
monika49 13.10.2013 um 16:43
Der Apfelgarten


Borgeby-Gård

Komm gleich nach dem Sonnenuntergange,
sieh das Abendgrün des Rasengrunds;
ist es nicht, als hätten wir es lange
angesammelt und erspart in uns,

um es jetzt aus Fühlen und Erinnern,
neuer Hoffnung, halbvergeßnem Freun,
noch vermischt mit Dunkel aus dem Innern,
in Gedanken vor uns hinzustreun

unter Bäume wie von Dürer, die
das Gewicht von hundert Arbeitstagen
in den überfüllten Früchten tragen,
dienend, voll Geduld, versuchend, wie

das, was alle Maße übersteigt,
noch zu heben ist und hinzugeben,
wenn man willig, durch ein langes Leben
nur das Eine will und wächst und schweigt.

Rilke

Aus: Der neuen Gedichte anderer Teil
 
(Nutzer gelöscht) 15.10.2013 um 13:16
Du findest immer so besondere Gedichte,liebe Monika. Danke.
Rainer Maria Rilke hat wirklich großartig geschrieben.

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