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un-eigennützig ?

un-eigennützig ?
Unnütz oder uneigennützig?

Letzte Woche im Bibelkreis haben wir uns über ein Wort von Jesus geärgert:

„Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“ (Lukasevangelium, Kapitel 17, Vers 10)

„Unnütze Knechte!“
So nannten einst Herren ihre Sklaven. Müssen denn Menschen, die nach den Geboten leben und Gutes tun, sich trotzdem immer klein, schlecht und sündig fühlen? Nein!
Jesus fällt kein Werturteil über Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich tätig sind. Er wertet auch nicht das Ergebnis ihrer Arbeit ab. Ein Sklave ist von Nutzen für seinen Herrn, ein Angestellter für seinen Chef. Wer sich freiwillig in den Dienst einer guten Sache stellt, leistet ebenso sinnvolle Arbeit für die Allgemeinheit.

Das Wort „un-nütz“ - ohne Nutzen - zielt in eine ganz andere Richtung.

Jesus meint:

Ich kann eine Aufgabe nur um ihrer selbst willen wirklich erfüllen und nicht wegen meines persönlichen Nutzens - „un-eigen-nützig“ eben. So gesehen, ist sein Wort sehr aktuell. Wir wünschen uns, dass über die Vergabe der Olympischen Spiele nicht Leute entscheiden sollten, die in die eigene Tasche wirtschaften. Wer ein politisches Amt anstrebt, zum Beispiel morgen bei der Hessenwahl, soll das Wohl des Landes im Auge haben, nicht persönliche Vorteile. Und wer anderen Menschen helfen will, muß sich darüber klar werden: Habe ich wirklich den Nutzen des anderen im Auge? Oder brauche ich das Gefühl, gebraucht zu werden?

Doch wer kann uneigennützig sein? Wer mit sich selbst im Reinen ist. Wer über Arbeitslohn oder Aufwandsentschädigung hinaus keine Ansprüche stellt. Wer sich freut über die Anerkennung seiner Arbeit, aber auch damit zurechtkommt, wenn er einmal Undank erntet. Jesus meinte, uneigennützig kann eigentlich nur ein Mensch sein, der viel Vertrauen hat. Das Vertrauen: Ich komme nicht zu kurz. Ich bin ein geliebter, wertvoller Mensch auf dieser Welt. Gott gibt mir, was ich brauche - mein Leben, mein Wissen, meine Fähigkeiten, Menschen, die mich liebhaben, und Hilfe, wenn sie nötig ist.

Helmut Schütz ist Pfarrer der Evangelischen Paulusgemeinde Gießen
(Betrachtung für die Rubrik „Gedanken zum Sonntag“ im „Gießener Anzeiger“ am 6. Februar 1999)

Kommentare

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monika49 24.03.2013 um 13:24
Danke Dir, ohne zu vergessen, wem der Ruhm und die Ehre und aller Dank gebührt!
Allein dem Schöpfergott, der Himmel und Erde gemacht hat, die Menschen und all das Getier, die Sonne und den Mond, die Gestirne, aber auch alle Natur und die Meere, Flüsse und Seen. Den Frühling, den wir so sehr erwarten...

Ohne Gott wären wir ein Nichts, noch nicht mal ein Staubkorn, was sich durch den Wind auf dem Ziegel eines großes Häuserdaches wiederfindet!

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