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Wer bist Du?

Wer bist Du?
Liebe Leserin und lieber Leser,

dabei fallen uns spontan verschiedene Antworten ein: ich bin alleingelassen, erfolglos oder erfolgreich, glücklich oder unglücklich, Diener oder Herrscher, Ehepartner, Kind, Manager, Mutter, Single, Vater oder Versager. Manch eine(r) zählt gerade innerlich alle seine Stärken oder Schwächen auf.

Vielleicht denkt jemand, ich hätte „Frau oder Mann“ vergessen. Nun, die aktuelle Gender-Debatte erweckt den Eindruck, wir könnten sein wer wir wollen. Dass es keine Rolle spielt, wie wir zur Welt kommen, sondern nur der feste Wille zählt, an einem bestimmten Ziel festzuhalten.

So sehr ich mir manchmal wünsche, jemand ganz anderes zu sein, sind mir meine Grenzen jedoch bewusst. Dem bewussten Wunsch etwas Bestimmtes zu erreichen, steht uns das Unbewusste im Wege. Und um das zu klären, dürfen wir zu unserer Kindheit zurückkehren und uns die Frage stellen: Was ist mir passiert? Jetzt mag es manche erschauern, wenn ich von Anpassungsstörungen schreibe. Diese sind psychische Reaktionen auf einmalige oder andauernde Belastungen. Leider reden wir nicht so gerne darüber, denn wir wollen ja stark sein. Und spotten eher: Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?

Manche Kinder wachsen belastet auf und entwickeln eine Störung. Andere Kinder kommen mit einer Störung zur Welt, wie zum Beispiel ADHS oder Autismus, ohne eine Kontrolle darüber zu haben. Aus all diesen Störungen können sich Traumata entwickeln.

Zum Beispiel habe ich eine rot-grün Farbschwäche und mir als Zweijähriger die Finger der linken Hand in einer Bügelmaschine bis auf die Knochen verbrannt. Seitdem bin ich sehr aufmerksam und beschütze mich ständig. Wenn mir etwas nicht passt, motze ich rum oder ziehe mich zurück. Wobei meine Farbschwäche wenig mit meinem Trauma zu tun hat.

Will sagen, die Erfahrungen aus der Kindheit schränken unsere Komfortzone ein, was bis zur Depression führen kann. Schuld sind die Eltern, wie manch leichtfertiger Therapeut behauptet. Also schuld sind immer die anderen, ganz klar?

Um der Frage auf den Grund zu gehen, hat es wenig Sinn auf die Auswirkungen zu schauen. Klar, wir sind alle irgendwie gekränkt oder verletzt. Doch die Ursachen dafür liegen häufig in unserem eigenen Verhalten verborgen.

Mir ist bewusst, dass Depressionen genetisch bedingt sein können. Doch alle seine Ängste zu pflegen, wird sie kaum lindern. Und auch ein Trauma lässt sich nur schwer überwinden. Also wie können wir lernen, mit unseren Konflikten und Störungen umzugehen? Dass das kein leichtes Ding ist, ist mir bewusst. Der Weg dahin mag steinig sein, doch er lohnt sich umso mehr.

Welche Gedanken entstehen gerade ich Dir? Teil sie gerne mit 😃

Herzlichst und bis bald

Wolfgang

Kommentare

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lebt 11.06.2021 um 09:25
Wer bist du ?

Ein Gedanke Gottes.
 
Swisslady 11.06.2021 um 09:33
 
IKorXIII 11.06.2021 um 13:32
Wer bin ich? 


Wer bin ich? Sie sagen mir oft,

ich träte aus meiner Zelle

gelassen und heiter und fest,

wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,

ich spräche mit meinen Bewachern

frei und freundlich und klar,

als hätte ich zu gebieten.


Wer bin ich? Sie sagen mir auch,

ich trüge die Tage des Unglücks

gleichmütig lächelnd und stolz,

wie einer, der Siegen gewohnt ist.


Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?

Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?

Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,

ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,

hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,

dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,

zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,

umgetrieben vom Warten auf große Dinge,

ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,

müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,

matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?


Wer bin ich? Der oder jener?

Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?

Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler

Und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?

Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,

das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?


Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.

Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!


Dietrich Bonhoeffer
 
Bluehorse 11.06.2021 um 22:07
Wer bist Du?
Es gibt veränderbare Persönlichkeitsmerkmale, wie Fähigkeiten, Intelligenz, Gewohnheiten, Beruf, Hobbys...
Und es gibt unveränderbare Persönlichkeitsmerkmale, wie = Gottes Liebe für mich und in mir

Bekannt aus

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