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Bruder David

Bruder David
Geber aller guten Gaben,

Wie ein Fest hast Du die Welt vor uns ausgebreitet,
Wie einen Tisch, der von Deiner Mutterliebe vor uns gedeckt ist.
Öffne unsere Herzen, um an Deinem Tisch zu speisen.
Um unsere Dankbarkeit zu zeigen
Indem wir uns an all diejenigen erinnern, die so viel weniger haben als wir,
Indem wir etwas von unserem eigenen Reichtum zu ihnen überfließen lassen,
Indem wir diejenigen, die einsam sind – während wir Freunde und Gesellschaft haben – 
Indem wir sie weniger einsam machen,
Indem wir für sie da sind.

Und mache die ganze Welt zu einer großen fröhlichen Tischgemeinschaft:
Zusammen essen,
Zusammen singen,
Zusammen tanzen
In überfließender Dankbarkeit.

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Porete 06.08.2022 um 16:30
 
Porete 06.08.2022 um 16:40
 
Porete 06.08.2022 um 17:46
Segne, was ist, dafür, dass es ist. Was auch immer es ist, segne es, weil es existiert; Du brauchst keinen anderen Grund.

Quelle aller Segnungen,
du segnest uns mit Odem –

Ein und aus, ein und aus, uns immer erneuernd, immer neu, uns eins machend mit allen, die dieselbe Luft atmen.

Möge dieser Segen in eine gemeinsame Dankbarkeit überfließen, damit ich mit einem Atemzug das Leben preisen und feiern kann.


Quelle aller Segnungen,
Du segnest uns mit Demut –

Diese Bodenständigkeit, die nichts mit Erniedrigung zu tun hat, uns aber dazu bringt, aufrecht zu stehen und sowohl den Humus anzuerkennen, der uns nährt, als auch die Sterne, nach denen wir streben.

Möge ich lernen, diese strahlende Demut zu praktizieren und in anderen zu ehren, die die Würde ist, die wir Menschen uns nicht leisten können zu verlieren.


Quelle aller Segnungen, Du segnest uns mit Ungenauigkeit –

Bei allem, was vage ist, nah, aber nicht ganz; All das lässt Raum für das Spezifischere, Präzisere und Raum für die Fantasie.

Möge ich wissen, wann ich genau sein muss und wann ich mich frei und gesegnet in dem Raum bewegen kann, der so großzügig von allem, was nicht perfekt definiert ist, bereitgestellt wird, um meinen Träumen und meiner Kreativität vollen Spielraum zu geben.


Quelle aller Segnungen,
Du segnest uns mit Erinnerung –

Dieses heilige Einsammeln der Vergangenheit, das es uns ermöglicht, Gesichter zu erkennen, Gedichte auswendig zu lernen, den Weg zurück zu finden, wenn wir uns verlaufen haben, und Altes und Neues aus seinem nahezu unerschöpflichen Vorrat hervorzubringen.

Möge ich wissen, was ich vergessen und was ich bewahren und schätzen muss, indem ich die kleinste Freundlichkeit, die mir gezeigt wird, im Auge behalte und ihre Wellen für eine lange Zeit verbreite.


Quelle aller Segnungen,
Du segnest uns mit Veränderung –

In den Jahreszeiten vom Schnee bis zum Grünen, Blühen, Fruchten und Ernten, in den Jahreszeiten des Lebens, von der Kindheit bis zur Jugend, zur vollen Reife und zur Weisheit. Alle Lebewesen verändern sich ständig.

Möge ich die Veränderung als eine heilige Gelegenheit begrüßen, um in der Flüchtigkeit jedes unwiederholbaren Moments zu wachsen und das auszukosten, was jenseits der Veränderung IST.


Quelle aller Segnungen,
Du segnest uns mit Abschieden –

Denn sie sind ein notwendiger Teil unserer Reise, notwendig für das Ankommen.

Möge ich immer bereit sein, Abschied zu nehmen, immer im Bewusstsein, dass jede Ankunft ein Auftakt zum Aufbruch, jede Geburt ein Schritt zum Sterben ist, und möge ich so die Segnungen der vollen Gegenwart kosten, wo ich bin.

Mögen Segnungen helfen, deinen Geschmack für das Geschenk des Lebens in seinen unermesslichen Facetten zu schärfen. Mögest du immer gesegneter werden, immer fähiger zu segnen.
 
Porete 24.08.2022 um 07:32
Schwestern und Brüder im Geist

Da wir im Herzen wirklich eins sind, sollten wir es fertigbringen, eine gemeinsame Ausdrucksweise für den Geist zu finden, der uns in diesem Augenblick bewegt. Aber die Vielfalt unserer Sprachen neigt dazu, uns zu trennen. Doch wo die Sprache mit Wörtern versagt, kann die stille Sprache von Gesten helfen, unser Einssein zum Ausdruck zu bringen. Verwenden wir also diese Sprache. Stehen wir auf und bleiben wir aufrecht stehen.

Unser Aufstehen soll der Ausdruck dafür sein, dass wir uns zu diesem Anlass in tiefer Achtsamkeit für das erheben, was es bezeichnet.

Lassen wir unser Stehen zur achtsamen Geste werden: Stehen wir achtsam auf dem Boden, auf dem wir stehen, dem kleinen Stück Land auf dieser Erde, das nicht einer einzelnen Nation gehört, sondern allen miteinander vereinten Nationen. Das ist tatsächlich ein winziges Stück Land, aber es ist ein Symbol der Eintracht der Menschen, sein Symbol für die Wahrheit, dass diese arme, misshandelte Erde uns allen gemeinsam gehört.

So stehen wir also hier wie Pflanzen auf einem guten Stück Boden. Senken wir jetzt unsere Wurzeln tief in unser verborgenes Einssein ein. Spüren Sie dem nach, was es heißt, zu stehen und Ihre inneren Wurzeln auszubreiten.

Verwurzelt im Boden des Herzens lasst uns jetzt dem Wind des Geistes aussetzen, des einen Geistes, der alle bewegt, die sich bewegen lassen. Lasst uns tief den Atem dieses einen Geistes einatmen.

Lasst unser Stehen zum Zeugnis dafür werden, dass wir uns auf gemeinsamen Grund gestellt haben.

Lasst unser Stehen zum Ausdruck der Ehrfurcht vor all denen werden, die vor uns für die Einheit der Menschen eingestanden sind.

Lasst uns mit Ehrfurcht auf dem Grund unseres gemeinsamen menschlichen Unternehmens stehen und uns mit all denjenigen verbinden, die schon auf diesem Grund gestanden haben, von den ersten Herstellern von Werkzeugen bis zu den Ingenieuren  der komplexesten Maschinen und Institutionen.

Lasst uns mit Ehrfurcht auf dem gemeinsamen Grund der Suche des Menschen nach Sinn stehen, Seite an Seite mit all denen, die jemals auf diesem Grund gestanden haben, die hier nachgedacht und gesucht haben, hier Schönes gefeiert haben, hier mit Hingabe ihren Dienst verrichtet haben.

Lasst uns mit Ehrfurcht vor all denjenigen stehen, die auf unserem gemeinsamen Grund aufgestanden sind, um mitgezählt zu werden; aufgestanden sind – und niedergemäht wurden.

Lasst uns daran denken, dass aufstehen, wie wir jetzt aufgestanden sind, bedeutet, bereit zu sein, sein Leben für das hinzugeben, wofür man steht.

Lasst uns in Ehrfurcht vor den Tausenden und Abertausenden ‒ Bekannten und Unbekannten ‒ stehen, die ihr Leben für das gemeinsame Anliegen unserer Menschheitsfamilie hingegeben haben.

Verneigen wir das Haupt. Verneigen wir unser Haupt vor ihnen.

Lasst uns stehen und unser Haupt verneigen, weil wir unter dem Gericht stehen.

Wir stehen unter dem Gericht, denn «Einer ist der Menschengeist» Wenn wir eins sind mit den Helden und Propheten, dann sind wir auch eins mit denen, die sie verfolgt und getötet haben. Wir sind eins mit den Handlangern und genauso eins mit den Opfern. Wir alle haben Anteil an der Herrlichkeit und Großartigkeit des Menschen und auch an der Schande des Scheiterns von uns Menschen.

Ich möchte Sie jetzt dazu einladen, sich auf den unmenschlichsten Vernichtungsakt zu konzentrieren, den Sie in Ihrer Erinnerung finden können. Und jetzt nehmen sie diesen, vereinen Sie ihn mit aller Gewalttätigkeit, aller Gier, Ungerechtigkeit, Dummheit, Heuchelei und allem Elend von Menschen, und heben Sie all das mit der ganzen Kraft Ihres Herzens hoch hinauf in den Strom des Mitleidens und Heilens, der durch das Herz der Welt pulsiert ‒ in diese Mitte hinein, in der alle unsere Herzen eins sind. Das ist keine einfache Geste. Manchen von uns mag sie viel zu schwer erscheinen. Aber solange wir nicht mit unseren tiefsten Wurzeln an diese gemeinsame Quelle der Eintracht und des Mitgefühls heranreichen und sie anzapfen können, haben wir noch nicht in unseren Herzen dieses Einssein in Anspruch genommen, das unser gemeinsames Geburtsrecht als Mensch ist.

Stehen wir also fest in diesem Einssein und schließen die Augen.

Lasst uns die Augen schließen, um unseren Geist auf das innere Licht zu konzentrieren, unser eines gemeinsames Licht, in dessen Schein wir fähig sein werden, sogar im Finstern gemeinsam zu gehen.

Lasst uns die Augen schließen als Geste des Vertrauens auf die Führung durch den einen Geist, der uns bewegen wird, wenn wir unsere Herzen weit aufmachen.

«Einer ist der Menschen Geist», aber der Menschengeist ist mehr als nur menschlich, denn das Herz des Menschen ist unauslotbar. In diese Tiefe lasst uns still unsere Wurzeln senken. Darin liegt unsere einzige Quelle des Friedens.

friedenstaubeNach einem kurzen Augenblick werde ich Sie einladen, wieder die Augen zu öffnen, und zugleich auch, sich in diesem Geist der Ihnen am nächsten stehenden Person zuzuwenden und ihr den Friedensgruß zu entrichten. Lasst unsere Feier in dieser Geste gipfeln und zum Abschluss kommen. Wir ermächtigen einander mit dem Friedensgruss, in der Welt als Botschafter des Friedens zu wirken.

Der Friede sei mit Ihnen allen!


(Der menschliche Geist ist eins
Br. David Steindl-Rast OSB

Im Oktober 1975 kamen anlässlich des dreißigsten Jahrestags der Gründung der Vereinten Nationen führende Persönlichkeiten der Glaubensgemeinschaften der Hindus, Buddhisten, Christen, Muslime und Juden zusammen, um gemeinsam die für den Fortschritt notwendigen moralischen und spirituellen Dimensionen zu erörtern. Die Abschlussfeier fand im Dag Hammarskjöld-Auditorium der UN statt. Die Sprecher des Buddhismus, Islams und Judentums brachten übereinstimmend ihren Glauben und die Einheit der Menschheit zum Ausdruck. Diese Zeremonie schloss mit obiger Meditation unter Anleitung von Bruder David Steindl-Rast OSB.)
 
Porete 14.09.2022 um 00:20

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