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Rentnerin nicht nach Corona-Demo gestorben (2020)

Rentnerin nicht nach Corona-Demo gestorben (2020)
Da wieder völlig gewissenlos ungeprüfte Fake News verbreitet werden, hier die Richtigstellung.

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FAKTENCHECK

Corona-Demo in Berlin: 
Nein, eine Frau starb nicht nach einem Polizeieinsatz auf dem Weg zur Dienststelle

Im Netz kursieren Videos, in denen eine Frau zu sehen ist, die von einem Polizeibeamten auf den Rücken geschlagen wird. Es wird behauptet, die Frau sei daraufhin verstorben. Unsere Recherchen ergeben: Die Szene spielte sich am Sonntag ab. Die Frau wurde verletzt – starb aber nicht.

von Kathrin Wesolowski

01. September 2020
Bildschirmfoto 2020-08-31 um 15.33.06

Videos und Fotos von diesem Polizeieinsatz am Sonntag beim Großen Stern in Berlin kursieren im Netz. (Screenshot: CORRECTIV)

BEWERTUNG:

FALSCH
In der aktuellen Polizei-Mitteilung heißt es: „Derzeitigen Erkenntnissen zufolge wurde die 60-jährige Frau am vergangenen Sonntag kurz vor 13 Uhr von den Einsatzkräften am Großen Stern in Tiergarten festgenommen, weil Sie sich an einer unerlaubten Ansammlung beteiligt und sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht entfernt haben soll.“

Sie habe zudem einem Polizisten in den Bauch getreten und versucht, einer weiteren Dienstkraft in den Arm zu beißen. „Da sie sich weiterhin wehrte, schlug ein Beamter ihr mit der Faust auf den Rücken. Die 60-Jährige wurde bei der Festnahme leicht verletzt, verzichtete jedoch auf eine angebotene ärztliche Behandlung und konnte anschließend ihren Weg fortsetzen.“

Auf Facebook wird der Vorfall von der Polizei ähnlich beschrieben: „Eine 60-Jährige aus Baden-Württemberg wird von einem Polizisten angesprochen, dass sie gehen soll. Sie kauert sich daraufhin auf den Boden und tritt einem Beamten in den Bauch. Als die Beamten versuchen, sie wegzutragen, versucht sie einem weiteren in die Hand zu beißen. Daraufhin wird sie unter lautem Geschrei auf den Bauch gedreht. Da sie sich auch weiterhin wehrt, wird ihr mit der Faust auf den Rücken geschlagen, um ihren Widerstand zu brechen. Anschließend kann sie festgenommen und weggeführt werden. Sie erlitt Schürfwunden, lehnte eine ärztliche Behandlung ab und wurde nach Identitätsfeststellung und Platzverweis entlassen. Sie sieht nun Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzung entgegen. Anders als auf Social Media behauptet, haben wir keine Anhaltspunkte für weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen der Frau. Unsere Kollegen blieben unverletzt.“


Die Polizei Berlin äußerte sich auch in den Sozialen Netzwerken zu dem kursierenden Video. (Screenshot: CORRECTIV)
Der Berliner Polizei zufolge ermittelt „nun ein Fachkommissariat des Landeskriminalamtes wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt“.

Auf unsere Anfrage teilte die Berliner Feuerwehr, die die Einsätze von Rettungswagen koordiniert, mit, dass an dem Sonntag zwischen 13 und 14 Uhr fünf Alarme für den Großen Stern in Berlin-Tiergarten in der Rettungsstelle eingegangen seien. „Bei einem handelte es sich laut Meldung um eine ca. 60 Jahre alte weibliche Person“, schrieb uns ein Sprecher. Diese sei in eine Klinik transportiert worden.

Ob es sich dabei um die Frau handelt, die in dem Video zu sehen ist, konnte die Feuerwehr uns aus Datenschutzgründen nicht bestätigen. Auch fünf nahegelegene Krankenhäuser gaben uns auf unsere Anfrage per Telefon keine Auskunft. Lediglich eines teilte uns mit, dass dort in dem genannten Zeitraum keine 60-jährige Frau eingeliefert worden sei.

Verbreiter der Behauptung, die Frau sei in Folge des Polizeieinsatzes gestorben, korrigierten sich teilweise
Die Behauptung, die Frau sei verstorben, wurde jedoch auch im Netz bereits teilweise zurückgenommen und korrigiert. So auch beispielsweise in dem Telegram-Kanal von Bodo Schiffmann. „WICHTIG – Das Opfer der Polizeigewalt ist nicht gestorben!”, hieß es darin am 31. August um 15:44 Uhr. Dazu wurde ein Screenshot eines Facebook-Beitrags veröffentlicht.

In den Kommentaren dazu finden sich Screenshots aus einer mutmaßlichen Unterhaltung vom 30. August mit einem Bekannten der Frau in dem Video. Darin ist nichts davon zu lesen, dass die Frau schwer verletzt oder verstorben sei. Die Verfasserin des Facebook-Beitrags bezeichnet die Meldung, die Frau sei gestorben, als „Fake“.


In dem Telegram-Kanal von Bodo Schiffmann wurde die Behauptung, die Frau sei verstorben, zurückgenommen. (Screenshot: CORRECTIV)
Fazit: Die Videos und Fotos im Netz zeigen einen Polizeieinsatz vom 30. August am Großen Stern in Berlin-Tiergarten. Dabei wurde eine Frau verletzt, das Landeskriminalamt ermittelt deswegen laut Polizei wegen Verdachts der Körperverletzung. Die Behauptung, die Frau sei auf dem Weg in die Dienststelle verstorben, ist jedoch falsch. Laut der Polizei wurde sie nicht auf eine Dienststelle mitgenommen und erlitt nur leichte Verletzungen.

Wie stark ihre Verletzungen sind und was genau nach dem Einsatz mit ihr geschah, ist unbelegt.

https://correctiv.org/faktencheck/2020/09/01/corona-demo-in-berlin-nein-eine-frau-starb-nicht-nach-einem-polizeieinsatz-auf-dem-weg-zur-dienststelle/

Kommentare

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Reinie 05.08.2022 um 18:51
ich frag mich wie weit muss man von Gott entfernt sein um solch übles, schäbiges Mobben weiterzuführen wie es derzeit der Fall ist.
Lass Dich nicht unterkriegen Porete
 
Bluehorse 05.08.2022 um 19:01
"Sie kauert sich daraufhin auf den Boden und tritt einem Beamten in den Bauch."

Wie soll man in kauernder Haltung jemanden in den Bauch treten können? 🤔
 
Reinie 05.08.2022 um 19:02
nach hinten weg wie ein Pferd z.B. ganz einfach
 
Porete 05.08.2022 um 19:09
Ja, ihr habt recht, es handelt sich um eine andere Frau. 
Touché. 

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Was mich nach eingehender Prüfung der Schriftstücke bei Reitschuster.de allerdings sehr stutzig macht:

Wann ist die ältere Dame  gestorben?
Warum wird das Todesdatum nirgends genannt?

Und wie kann ein Tod durch Multi-Organversagen/Vorschädigung durch eine Festnahme entstanden sein?
 
hansfeuerstein 05.08.2022 um 19:15
All diese Fragen hat sich bei George Floyd keiner gestellt. Wie konnte er bereits Atemnot haben, weit bevor er am Boden lag und ein Polizist sein Knie auf ihm.... Man sollte keine verschiedenen Masstäbe anlegen.
 
(Nutzer gelöscht) 05.08.2022 um 19:27
@Porete: Der Führer hätte dich geliebt. So wunderbar und gewissenhaft trägst du die Doktrin der Obrigkeit weiter....-fabelhaft. Ab Herbst werden alle Hofnarren wieder voll in ihrem Element der Unterwürfigkeit verharren. Und dies alles im Zeichen von "Looooooovvveeeeeee".
 
Porete 05.08.2022 um 19:36
Oh, das ist wirklich böse, Hans, das hätte ich dir nicht zugetraut. 😔

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Ich werde ab Montag mehr zu dem Fall in Erfahrung bringen und hier im Blog mitteilen.

Bis dahin genießt euren kleinen Triumph... 

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Beim Thema Polizeigewalt rennt ihr bei mir übrigens offene Türen ein - ich plädiere für unabhängige Kontrollinstanzen wie in Irland, Großbritannien, Kanada usw.

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Innere Sicherheit

Kontrolle der Polizei

Alexander Bosch
Jonas Grutzpalk

03.09.2015 / 9 Minuten zu lesen

Schon Philosophen in der Antike zerbrachen sich ihre Köpfe über die Frage: "Quis custodit custodes?" - "Wer überwacht die Wächter?". In modernen Staaten verfügt der Staat über das Gewaltmonopol. Deshalb ist die Frage nach der Kontrolle der Kontrolleure besonders wichtig. In Deutschland lassen sich verschiedene Ebenen der Polizeikontrolle unterscheiden. Kritiker fordern andere Strukturen.

Übung einer Bereitschaftspolizeihundertschaft vor einem Fußballspiel.In Lightbox öffnen
Übung einer Bereitschaftspolizeihundertschaft vor einem Fußballspiel. (© picture-alliance/dpa)

In Deutschland liegt das Gewaltmonopol beim Staat. "Gewaltmonopol" bedeutet, dass ausschließlich staatliche Organe physischen Zwang ausüben dürfen und dass jede Form der Selbstjustiz durch Bürgerinnen und Bürger verboten ist.Zur Auflösung der Fußnote[1] Der Interner Link:zentrale Akteur des staatlichen Gewaltmonopols ist die Polizei. Sie hat den Auftrag, öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Aber wer überwacht eigentlich die Polizei? Und wie kann sichergestellt werden, dass diejenigen, die den Gesetzen Geltung verschaffen sollen, dies auch angemessen tun?

Alle staatlichen Institutionen sind unterschiedlichen Formen der Kontrolle, zum Beispiel durch eine kritische Berichterstattung in den Medien oder durch interne Kontrollprozesse, unterworfen, die ein verbessertes Verhältnis zwischen den Institutionen und der Öffentlichkeit erreichen sollen. Formell ist die Kontrolle der Polizei über die Gerichtsbarkeit vorgesehen.

Die Situation in der Bundesrepublik Deutschland
Damit die Polizei ihren gesetzlichen Auftrag wahrnehmen kann, ist ihr notfalls der Einsatz unmittelbaren Zwangs erlaubt, also die Ausübung von physischer Gewalt. Dabei muss sich die Polizei immer an geltendes Recht halten. Interner Linkgrinsendes Smileyiese rechtliche Einschränkung staatlichen bzw. polizeilichen Handelns nennt man Rechtsstaatsprinzip. Das bedeutet, dass die ausführenden Staatsgewalten rechtlich gebunden sind und alles staatliche Handeln somit dem Rechtsschutz unterliegt. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass jegliches staatliches Handeln überprüft werden kann, beispielsweise von einem Gericht.

So kann auch die Rechtmäßigkeit einer polizeilichen Handlung mit einer Anzeige in Frage gestellt und durch ein Gericht überprüft werden. Hat eine Person dies getan, liegt in der Regel ein Anfangsverdacht vor. Die Staatsanwaltschaft ist dann zur Aufnahme von Ermittlungen verpflichtet. Diese werden durch ein Ermittlungsverfahren von der Polizei selbst geleistet, wenn sie als Ermittlungsperson der Staatsanwaltschaft in Erscheinung tritt. Sind die Ermittlungen abgeschlossen, prüft die Staatsanwaltschaft, ob ein hinreichender Tatverdacht besteht und Anklage erhoben oder andernfalls das Verfahren eingestellt wird.

Neben dieser strafrechtlichen Kontrolle hat sich in Deutschland auch eine politische Kontrolle etabliert. Diese üben einerseits die parlamentarischen Kontrollgremien in Form der regelmäßig tagenden Innenausschüsse oder der extra einberufenen Untersuchungsausschüsse des Bundestags und der Landtage, aus. Diese beschäftigen sich beispielsweise mit besonderen Großeinsätzen, spektakulären Einzelfällen und Strukturfragen.Zur Auflösung der Fußnote[2] Andererseits findet die politische Kontrolle durch eine kritische Öffentlichkeit in Form von Nichtregierungsorganisationen, Bürgerinitiativen sowie der Medien statt.

Eine weitere Ebene der Kontrolle ist die administrative interne Kontrolle. Die Polizei ist durch einen hierarchischen Verwaltungsaufbau gekennzeichnet, in dem der Einzelne dem jeweiligen Vorgesetzten und die oberste Behördenleitung der Verantwortlichkeit des jeweiligen Innenministeriums untersteht. Beim Verdacht eines Verstoßes gegen Verhaltensvorschriften kann ein internes Disziplinarverfahren eingeleitet werden. Auch gibt es in einigen Bundesländern bereits seit längerem ein zentrales Beschwerdemanagement der Polizei.Zur Auflösung der Fußnote[3] Hier besteht die Möglichkeit, sich über polizeiliches Verhalten zu beschweren. In Berlin z.B. wird durch eine Beschwerde ein Verfahren in Gang gesetzt, das nach Worten der Beschwerdestelle folgenden Verlauf nimmt:

"Im Beschwerdeverfahren werden die betroffenen Dienstkräfte angehört und aufgefordert, sich zu den Vorwürfen schriftlich zu äußern. Die oder der Vorgesetzte prüft und bewertet den Vorgang und leitet ihn an die zuständige Beschwerdestelle weiter, die Ihnen nach einer abschließenden Prüfung das Ergebnis mitteilt." (Externer Link:http://www.berlin.de/polizei/aufgaben/beschwerden/)

Damit wird die Eingangsfrage – "Wer überwacht die Wächter?" – in Deutschland derzeit so beantwortet, dass die Staatsanwaltschaft und die Gerichte die Arbeit der Polizei strafrechtlich überprüfen. Daneben findet über Disziplinarverfahren, den behördeninternen Polizeibeschwerdestellen sowie der hierarchischen Verantwortlichkeiten der jeweiligen vorgesetzten Ebenen und der Behördenleitungen eine interne Kontrolle statt. Die politische Kontrolle haben die Parlamente sowie die kritische Öffentlichkeit inne. Somit wird in Deutschland die Polizeiarbeit strafrechtlich, administrativ, politisch sowie durch die Öffentlichkeit kontrolliert.

Sind neue Lösungsansätze für ein altes Problem notwendig?
Kritiker, wie Prof. Tobias Singelnstein Zur Auflösung der Fußnote[4], hinterfragen die aktuelle Situation und monieren, dass sich die Polizei als Träger des staatlichen Gewaltmonopols und ausgestattet mit besonderen Machtbefugnissen auch noch einer anderen Form öffentlicher Kontrolle unterwerfen sollte. Besonders bei der strafrechtlichen Kontrolle wird die institutionelle Nähe zwischen Staatsanwaltschaft und Polizei problematisiert. Formal handelt es sich zwar um zwei unterschiedliche Institutionen, die auch zwei unterschiedlichen Ministerien zur Aufsicht unterstellt sind: die Polizei den jeweiligen Innenministerien und die Staatsanwaltschaft den jeweiligen Justizministerien. Trotz dieser institutionellen Trennung führen Kritiker an, die Distanz zwischen diesen beiden Institutionen sei zu gering. Sie begründen dies damit, dass beide Institutionen täglich eng zusammenarbeiten und dabei aufeinander angewiesen sind.

Die Staatsanwaltschaft bedient sich bei der praktischen Ermittlungstätigkeit der Polizei als Ermittlungsbehörde. Sie ist zwar "Trägerin" und "Leiterin" der Ermittlungsverfahren, greift aber zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen der Strafverfolgung auf die Hilfe der Polizei zurück.Zur Auflösung der Fußnote[5] In der Praxis bedeutet dies, dass strafprozessuale Ermittlungen gegen Polizisten durch die Polizei selbst vorgenommen werden.Zur Auflösung der Fußnote[6]

Auch wird Kritik geübt von Organisationen wie Amnesty International, wonach das Kontrollinteresse der Staatsanwaltschaft geringer werden kann, je enger sie mit der Polizei zusammenarbeitet.Zur Auflösung der Fußnote[7] Eine Folge dessen kann sein, dass die Polizei damit faktisch selbst über Umfang und Intensität der Ermittlungen bestimmen kann.

Die Einstellungsquote bei Verfahren gegen Polizistinnen und Polizisten beträgt in Deutschland zurzeit über 95 Prozent, in nur 3 Prozent der Fälle wird überhaupt Anklage erhoben. Manche interpretieren diese Zahlen als Beleg für die tadellose Arbeit der Polizei. Andere Akteure sehen in diesen Zahlen einen Hinweis auf die mangelnde Wirksamkeit der derzeitigen Ermittlungspraxis gegen Polizeibeamte in Deutschland.

Neben der institutionellen Nähe zwischen Staatsanwaltschaft und Polizei gilt ein Aspekt der polizeilichen Berufskultur - die "Mauer des Schweigens" - als Hauptproblem. Diese sei ein gruppenpsychologisches Phänomen: Polizisten verstünden sich mit ihren Kollegen häufig als eine "Gefahrengemeinschaft", der gegenüber sie nicht illoyal sein wollen. Das könne sich, so der Verdacht, auf die Aussagebereitschaft von Polizisten und Polizistinnen gegen ihre Kollegen und Kolleginnen auswirken.

Solchen Handlungsmustern entgegenzuwirken wäre in erster Linie eine Aufgabe der vorgesetzten Ebene in der organisationsinternen Hierarchie der Polizei. Die Wirksamkeit der internen Kontrolle innerhalb der Polizei wird jedoch bezweifelt. Vorgesetzte hätten häufig nur geringe Informationsverarbeitungs- und Weisungskapazitäten.Zur Auflösung der Fußnote[8] Sie können nur auf die Informationen zurückgreifen, die die eigene Behörde zur Verfügung stellt und nicht extern weitergehende Informationen über alternative Sichtweisen auf Sachverhalte einholen. Zudem rekrutiere sich der höhere Polizeidienst fast ausschließlich aus der Polizei selbst - deren Angehörige haben somit häufig die polizeiliche Sozialisation ebenso durchlaufen wie die Beamten und Beamtinnen an der Basis, die sie kontrollieren sollen.

Kritiker zweifeln darüber hinaus die Effektivität der parlamentarischen Kontrolle der Polizei an. Die regelmäßige enge politische Verbindung zwischen parlamentarischer Mehrheit und der Regierung könne einen subjektiv gebremsten Drang der Parlamentsmehrheit nach effizienter Überwachungstätigkeit auslösenZur Auflösung der Fußnote[9], weil Skandale möglicherweise der amtierenden Regierung angelastet werden könnten.

Aus diesen Gründen regen Menschenrechtsorganisationen wie u.a. Amnesty International, die Humanistische Union, die Internationale Liga für Menschenrechte, das Komitee für Grundrechte und Demokratie sowie der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein die Einführung eines von der Staatsanwaltschaft und Polizei unabhängigen Untersuchungsmechanismus an.

Alternative Kontrolle der Polizeiarbeit?
Vielerorts wird die Eingangsfrage nach der Kontrolle der Polizei dadurch beantwortet, dass diese "besondere Kontrolle" nicht vom Polizeiapparat selbst geleistet wird. Kritiker sind der Meinung, dass es externer, nicht-polizeilicher Einrichtungen bedarf, welche die Polizei kontrollieren. Dieses können unabhängige Untersuchungskommissionen wie in Irland, Großbritannien, den USA und Norwegen sein oder andere unabhängige Beschwerdeinstitutionen wie Polizeibeauftragte (Ombudsstellen), wie es sie in Kanada oder Australien gibt.

In Großbritannien werden beispielsweise die Untersuchungen in Fällen von mutmaßlichen gravierenden polizeilichen Fehlverhaltens von der Independent Police Complaints Commission (IPCC) durchgeführt. Eigene Ermittler kommen hier bei schwerwiegenden Angelegenheiten zum Einsatz, wie beispielsweise Schusswaffengebrauch mit tödlichem Ausgang oder Todesfälle in Polizeigewahrsam. In anderen Fällen werden die Ermittlungen wie in Deutschland von der Polizei selbst durchgeführt, allerdings überwacht diese dann nicht die Staatsanwaltschaft, sondern die IPCC.

Andere Modelle sind Beschwerdekommissionen, welche zumeist aus ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern bestehen, die entweder selbst Beschwerden nachgehen oder dies mit Unterstützung eines professionellen Arbeitsstabs tun. Dieses Modell ist u.a. in den USA verbreitet, wo in den letzten Jahrzehnten mehr als 100 unabhängige Polizeibeschwerdestellen entstanden sind.Zur Auflösung der Fußnote[10] Bei der konkreten Ausgestaltung solcher unabhängiger Untersuchungskommissionen gibt es weitere vielfältige Varianten, die sich beispielsweise in der Zusammensetzung oder der Auswahl der Mitglieder unterscheiden.

Das Modell des Polizeibeauftragten – sogenannte Ombudsstellen oder -personen – ist ein weiterer Grundtypus der externen Kontrolle der Polizei. Diese Beauftragten sind meist hauptamtlich tätig und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer politisch-institutionellen Anbindung (beim Parlament oder der Regierung), ihrer Kompetenzen und ihrer Personalausstattung.

Auch in Deutschland hat die Diskussion über Alternativen zur bestehenden Kontrolle der Polizeiarbeit in letzter Zeit eine neue Dynamik bekommen. So beschlossen mehrere Landesregierungen neue Institutionen zu diesem Zweck, beispielsweise in Rheinland-Pfalz, wo die Zuständigkeit des Bürgerbeauftragten Mitte Juli 2014 um den Bereich Polizei erweitert wurde. Auf der Externer Link:Homepage des Bürgerbeauftragten heißt es: "Er ist Ansprechpartner für Bürgerbeschwerden oder Anregungen zur Polizei des Landes. Ebenso können Polizeibeamte sich mit Eingaben im Zusammenhang mit der Ausübung ihrer Tätigkeit direkt und ohne Einhaltung des Dienstwegs an ihn wenden".

Trotz dieser Ansätze lassen sich in den Diskussionen über eine effektivere Kontrolle der Polizei in Deutschland bezüglich der Zielrichtung und der Zuständigkeit solcher Einrichtungen große Unterschiede beobachten. So sprechen sich viele Nichtregierungsorganisationen für die Einrichtung unabhängiger Untersuchungskommissionen bei Fällen mutmaßlichen polizeilichen Fehlverhaltens aus.Zur Auflösung der Fußnote[11] Andere Stimmen, beispielsweise aus den Polizeiwissenschaften Zur Auflösung der Fußnote[12], sprechen sich in Deutschland aufgrund der umfangreichen Erfahrungen mit dem Interner Link:Beauftragten-Modell – u.a. gibt es Beauftragte für den Datenschutz und für die Bundeswehr – für diese Variante aus.

Die Gegner solcher Institutionen, wie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Zur Auflösung der Fußnote[13], halten das bestehende System für ausreichend, sehen in einer Einführung alternativer Kontrollsysteme nur unnötige Kosten und halten die Forderung nach unabhängigen Kontrollmechanismen für Ausdruck eines übertriebenen Misstrauens in den deutschen Rechtsstaat. Sie argumentieren weiter, dass mit der Einrichtung solcher Mechanismen die Arbeit der Polizei und Staatsanwaltschaft generell in Zweifel gezogen würde und diese Institutionen somit einem Generalverdacht ausgesetzt wären, was deren Legitimation in der Bevölkerung negativ beeinflussen könnte.

Fazit
Die Arbeit der Polizei wird in Deutschland derzeit strafrechtlich, administrativ, politisch sowie von der Öffentlichkeit kontrolliert. Einige Kritiker bezweifeln die Effizienz dieser Kontrolle und sprechen sich für die Einführung alternativer Kontrollmechanismen wie unabhängigen Untersuchungskommissionen oder Polizeibeschwerdestellen aus. Die Gegner solcher Institutionen halten dagegen, das bestehende System sei ausreichend, bezweifeln den Mehrwert unabhängiger Kontrollinstitutionen und lehnen daher die Forderungen nach alternativen Kontrollmechanismen für die Polizei ab.

Gesetze wie das im Juli 2014 im Landtag Rheinland-Pfalz verabschiedete verdeutlichen, dass die Diskussion über Alternativen zur bestehenden Kontrolle der Arbeit der Polizei in Deutschland eine neue Dynamik gewonnen hat. Letztlich ist es eine politische Entscheidung, ob in Deutschland flächendeckend alternative Kontrollmechanismen für die Polizei eingeführt werden. Die Frage, wer die Wächter bewacht, ist jedenfalls auch nach über zweitausend Jahren Diskussion noch lange nicht abschließend beantwortet.

https://www.bpb.de/themen/innere-sicherheit/dossier-innere-sicherheit/201425/kontrolle-der-polizei/
 
Porete 05.08.2022 um 19:37
Berta80, ich verzeihe dir deine Gehässigkeit.
 
(Nutzer gelöscht) 05.08.2022 um 19:39
15 Draußen aber sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.

Diesen Bibelauszug hat die Dame an ihren Fake- Lügenblog angehängt. 
 
(Nutzer gelöscht) 05.08.2022 um 19:42
Die Dame nennt sich übrigens : EchtePerle. 
 
Porete 05.08.2022 um 19:52
@hansfeuerstein, Saliah, MKS und Poiema1:

Ist das wirklich so lächerlich für euch?
 
Porete 05.08.2022 um 20:01
Die große, einhellige "Freude" über meine Verwechslung der Videos von 2020 und 2021:

https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/MKS/100370/

MKS und EchtePerle zerreißen sich förmlich vor Begeisterung. 🙄

Gute Christenmenschen eben.
*sarkasmus ende*
 
(Nutzer gelöscht) 05.08.2022 um 20:04
Und das sogar in einem christlichen Forum :


EchtePerle verbreitet Falsch- Meldungen des Neonazikanals AUF1 
 
Reinie 05.08.2022 um 20:15
Es ist halt leider bei manchem Hopfen und Malz verloren...


Aber selbst da meinen manche darüber zu stehen...
 
Porete 05.08.2022 um 20:21
Danke, Reinie. 🙂
Wenigstens gebe ich meinen Irrtum zu. 
Eigentlich Standard. 
 
Reinie 05.08.2022 um 20:24
eben, das würde den "Gleicheren" niemals einfallen, dass die sich auch irren könnten und vermeidlich oft das auch tun. 
Deswegen, es ist der Aufregung gar nicht wert, der Zahltag kommt gewiss...
 
angel08 05.08.2022 um 20:28
Berta80 um 19:27 Uhr 
Das ist so absurd.
Manche disqualifieren sich hier selbst.
 
angel08 05.08.2022 um 20:28
Disqualifizieren
 
Porete 05.08.2022 um 20:44
Lk 6, 22f
Glückselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen werden und wenn sie euch absondern und schmähen und euren Namen als böse verwerfen werden um des Sohnes des Menschen willen. Freut euch an jenem Tag und hüpft!

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Na denn... 

*hüpft* 😁


Lieben Dank für den Zuspruch. 
🙏🙏🙏🙏🙏

Ich mache gefühlt ziemlich große Entwicklungsschritte dank meiner zahlreichen "besonderen Freundinnen". 😏😎
 
calimero 05.08.2022 um 20:51
Verstehe nicht wo Problem du hast 2020 deutlich hingeschrieben ... Damals war es definitiv eine Lüge. Und Fake ist bei der Sorte ganz normal
 
Gabriel69 06.08.2022 um 00:00
19,15 Uhr Top Statement 👍
 
calimero 06.08.2022 um 00:04
"Wie konnte er bereits Atemnot haben, weit bevor er am Boden lag"
Vorerkrankung, Schreck, Schlag auf Solarplexus!
 
Porete 06.08.2022 um 00:40
Ihr seid bei mir unten durch - wie abgefuckt und kaltschnäuzig kann man sein? 
https://www.documentcloud.org/documents/6985946-George-Floyd-Transcript
Er hatte Todesangst, weil er schon einmal von Polizisten angeschossen wurde.
Gebt euch die 82 Seiten Transkript, Gabriel und Hans.

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