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Höre, Israel! Vorbereitung auf den Sonntag

Höre, Israel! Vorbereitung auf den Sonntag
Jes 62, 1-5 - 1 Kor 12, 4-11 - Joh 2, 1-11



Jes 62,1–5
Lesung aus dem Buch Jesája.

Um Zions willen werde ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit und sein Heil wie eine brennende Fackel. Dann sehen die Nationen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit.

Man ruft dich mit einem neuen Namen, den der Mund des Herrn für dich bestimmt. Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des Herrn, zu einem königlichen Kopfschmuck in der Hand deines Gottes. Nicht länger nennt man dich "Verlassene" und dein Land nicht mehr "Verwüstung", sondern du wirst heißen: "Ich habe Gefallen an dir" und dein Land wird "Vermählte" genannt.

Denn der Herr hat an dir Gefallen und dein Land wird vermählt. Wie der junge Mann die Jungfrau in Besitz nimmt, so nehmen deine Söhne dich in Besitz. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich.

1 Kor 12,4–11

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korínth.

Schwestern und Brüder!

Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.

Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch denselben Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft, einem anderen – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken, einem anderen prophetisches Reden, einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede, einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen.

Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.


Joh 2,1–11
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.

Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!

Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist!

Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.

So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.

Kommentare

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Klavierspielerin2 15.01.2022 um 16:13
Mit der heutigen Vorabendmesse um 18:30h, treten wir in den Sonntag ein, um die Auferstehung unseres Herrn zu feiern.


Vorabendmesse heute Abend in eurer Heimatkirche, oder wer nicht hin kann, Liveübertragung, z.B.:

 Hl. Messe - Sonntag Vorabend
Basilika St. Marien , Kevelaer (Bistum Münster)
 
 
Klavierspielerin2 15.01.2022 um 16:18
Schwester Christine Klimann über das Sonntagsevangelium

Die Hochzeit zu Kana: Gehorsamkeit oder Vertrauen?


Ausgelegt! - Schwester Christine Klimann möchte die Dinge um sie herum verstehen und hat sie gerne unter Kontrolle. Im heutigen Sonntagsevangelium erkennt sie aber, dass es manchmal auch die Fähigkeit braucht, Kontrolle abzugeben – und dass es bisweilen genügt, Wasser zu schöpfen.

15.01.2022

Ich mag es, wenn ich die Dinge unter Kontrolle habe. Zumindest einigermaßen. Meistens kann ich gut begründen, warum ich etwas tue. Und wenn jemand etwas von mir verlangt, muss er mir das schon so erklären, dass ich die Sache einleuchtend finde. In meinem Zimmer hängt ein Bild mit dem Spruch von Hannah Arendt: "Keiner hat das Recht zu gehorchen". Ich finde, das stimmt, und bin froh, dass ich in einer Zeit und Gesellschaft lebe, die größtenteils diese Sichtweise teilt.

Im heutigen Evangelium aber lese ich, dass die aufmerksame Maria, die erkannt hat, dass es ein Problem gibt, zu den Dienern sagt: "Was er euch sagt, das tut." Sie gibt keine Erklärung, appelliert ganz einfach an den Gehorsam, den die Diener schon aufgrund ihres Berufes sicherlich gewohnt waren. Und tatsächlich, Jesus gibt ihnen eine klare Anweisung, die nur leider absurd ist. Welchen Sinn soll es haben, sechs riesige Krüge mit Wasser zu füllen? Und ist es nicht eine Zumutung, ja, eine Beleidigung, dieses Wasser dann dem Chef des Events zu bringen und so zu tun als ob nichts wäre?

Aber es ist etwas geschehen, das die Diener nicht ahnen konnten. Das Wasser war nicht mehr Wasser, sondern Wein. Nun kann man es sich natürlich leicht machen und die Geschichte metaphorisch verstehen. Es stimmt ja auch: Der Evangelist erzählt die Geschichte nicht, um Jesus als einen Magier darzustellen, der Frei-Wein für alle zaubert, sondern um von einem Zeichen zu berichten, mit dem Jesus sich als der Messias, als der wahre Bräutigam der Menschheit erweist.

Aber die Herausforderung bleibt. Vielleicht geht es in diesem Evangelium gar nicht so sehr um Gehorsam, sondern um Vertrauen. Um die Fähigkeit, Kontrolle auch einmal loszulassen, und etwas zu tun, dessen Sinnhaftigkeit ich heute nicht voll einsehe oder abschließend beurteilen kann. Damit leben, dass sich mir ein größerer Zusammenhang, ein volleres Bild erst später erschließt. Es gibt wohl wenige Lebensgeschichten, denen eine solche Erfahrung nicht an der einen oder anderen Stelle abverlangt würde. In Zeiten der Pandemie, mit dem latenten Gefühl von Gefahr und den vielen widersprüchlichen Informationen ist die Spannung zwischen Kontrolle und Vertrauen noch einmal größer. Wo gilt es, an meiner Sichtweise, meinem Lebensgefühl und meinen Bedürfnissen festzuhalten und wo kann ich mich und meine Position auch einmal in Frage stellen lassen?

Es bleibt eine Gratwanderung. Denn aus der Verantwortung davonstehlen können wir uns nicht. Aber mir würde es wahrscheinlich nicht schaden, nicht nur mein Kontrollbedürfnis zu pflegen, sondern auch meine Fähigkeit zu vertrauen zu kultivieren. Und das wäre auch eine Erleichterung. Denn ich muss mein Leben nicht selbst tragen und ich muss auch nicht immer besten Wein ausschenken. Manchmal genügt es, wenn ich Wasser schöpfe – im Vertrauen darauf, dass es da einen gibt, der alles verwandeln kann.

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