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DER HOCHMUT DES LEBENS

DER HOCHMUT DES LEBENS
"Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben."[2. MO. 20,2-3]

Die dritte der drei Formen, unter denen sich "die Welt" [nach der sicherlich gut bekannten Aussage im 1. Johannesbrief]  zusammenfassen läßt und sich Götzendienst manifestiert ist "der Hochmut des Lebens." [1. JOH. 2,16] SLT]

Das Wort, welches hier um den Gedanken des "Lebens" auszudrücken verwendet wird, ist eine Form des griechischen Wortes "βίος" ("Bios"zwinkerndes Smiley, und bedeutet [in diesem Zusammenhang] nicht tierisches Leben, nicht den Atem des Lebens, nicht geistliches Leben, [auch] nicht das Leben selbst welches von Gott kommt, sondern das Leben, das wir leben oder führen, also [unsere] Lebensweise oder unseren Lebensstil.

Das Wort, das verwendet wird, um den Gedanken des "Stolzes" auszudrücken, ist "άλaζονεία" ("alazoneia"zwinkerndes Smiley. Was hierbei charakterlich gemeint ist, kann [unter anderem] mit Heuchelei, Hochstapelei, Prahlerei, Arroganz oder auch Stolz beschrieben werden. Es ist dasselbe Wort, das auch im 1. Timotheusbrief verwendet wird, wo über einen Neubekehrten geschrieben steht: "damit er nicht aufgeblasen wird." [1. TIM. 3,6] [SLT]

Das am ehesten damit übereinstimmende englische Wort ist "Ambition", was soviel bedeutet wie: "Aktivität(en) eines Kandidaten,  um (Wähler)Stimmen zu erhalten" oder auch "Aktivität um ein Amt oder ein anderes Objekt des Begehrens zu erhalten" - ein "Begehren nach einem Objekt, welches Ehre verleiht", "Begehren, sich von anderen Menschen zu unterscheiden," oder "der Wunsch Macht, Überlegenheit oder Ehre zu erlangen".

Ein anderes Wort, das diesem "Hochmut des Lebens" oder "Ehrgeiz" entspricht, ist "Selbsterhöhung" oder Selbstverherr-lichung. Das lateinische Wort, das dem griechischen Wort für "Stolz des Leben" entspricht, ist "gloriosus" und drückt die Vorstellung weltlicher Herrlichkeit aus.

Im Lichte dieser Definitionen ist es leichter, das wahre Wesen der Versuchung Jesu zu verstehen, als IHN der Teufel mit sich auf einen überaus hohen Berg führte, IHM alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit zeigte und zu IHM sagte: "Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest." [MATTH. 4,9] Und dann stürmten sich alle Versuchungen des Ehrgeizes, und weltlichen Herrlichkeit, die sich je in menschlichen Fleisch - in Alexander dem Großen, Napoleon und allen anderen gleich ihnen - manifestiert haben, wie ein Orkan über CHRISTUS, um IHN zum Verlangen dessen zu verführen, was IHM angeboten wurde.

Aber durch den Geist Gottes wusste CHRISTUS, dass nichts von all der "Herrlichkeit", die ER sah, von SEINEM VATER war, sondern [nur] "von der Welt". ER wusste, dass es nur eine falsche, flüchtige Herrlichkeit war. ER wusste, dass wahre Herrlichkeit nicht im "Hochmut des Lebens" liegt, nicht im Ehrgeiz, nicht in der Selbsterhöhung, sondern in der Selbstentäußerung, und Selbstverleugnung. Und deshalb antwortete ER prompt: "Hebe dich weg von mir Satan! denn es steht geschrieben: "Du sollst anbeten Gott, deinen HERRN, und ihm allein dienen." [MATTH. 4,10]

Wie bereits in einer früheren Studie dargelegt, enthüllt der göttliche Bericht über diese Versuchung die Tatsache, dass weltliche Herrlichkeit, die Herrlichkeit der Königreiche dieser Welt, die Herrlichkeit der Herrschaft, der Oberherrschaft, die Herrlichkeit einer Stellung oder eines Amtes all dies oder etwas davon, nur durch Götzendienst, und nur durch die Verehrung "des Gottes dieser Welt" erlangt werden kann.

Das Christentum, das für wahre Einhaltung der Gebote Gottes steht, entspricht jedoch nicht Herrschaft, sondern Dienst. Die Freiheit, zu welcher CHRISTUS die Menschen frei macht, die Freiheit, in welcher Christen fest stehen, ist die Freiheit, einander aus Liebe zu dienen, wie es geschrieben steht und wie es erst kürzlich in den Sabbatschullektionen auf der ganzen Welt studiert wurde: [So steht geschrieben:] "Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen! Allein sehet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn alle Gesetze werden in einem Wort erfüllt, in dem: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." [GAL. 5,13-14] Und den Nächsten zu lieben wie sich selbst heißt, ihm immer, in allen Dingen und mit allen Mitteln Gutes zu tun. Ganz in dem Sinne: "Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Das ist das Gesetz und die Propheten." [MATTH. 7,12]

Und als die Jünger in diesem gleichen "Hochmut des Lebens", in diesem Geist des Ehrgeizes, untereinander darüber stritten, wer der Größte sein sollte oder wer als der Größte gelten sollte, rief Jesus sie zu sich und sprach:  "Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen und die Obersten haben Gewalt. So soll es nicht sein unter euch. Sondern, so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener;und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht,gleichwie des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. [MATTH. 20,25-28]

So findet sich in jedem Wunsch nach einer Stellung oder einer Position, in jeder Ausübung von Herrschaft oder Autorität an einer Stelle oder in einer Position in allen nationalen, allen rassischen, allen aristokratischen und allen  Klassenunterschie-den, sowie in allen Unterschieden in Stellung oder Office nur der Stolz des Lebens. Dies alles "ist nicht vom Vater, sondern von der Welt." [1. JOH. 2,16] und entspricht Götzendienst. Dies alles entspricht Eitelkeit, welche  nur Götzendienst ist.

Der größte Fluch, der seit dem ur[sprünglichen] Fluch selbst je auf diese Erde kam, war und ist jener, unter Menschen in der Welt und in der Kirche Stellungen der Autorität einzusetzen und dort Autorität ausüben, welcher keiner wahren Autorität entspricht. Was war der größte Fluch den man unter Menschen - wie sie in Nationen oder Organisationen existiert haben - den die gesamte Weltgeschichte je kannte? Welche Organisation war die unterdrückerischste und am weitesten gehende in ihrer Unterdrückung? Jeder kann augenblicklich mit [nur] zwei Worten antworten - das Papsttum. Und was ist das Papsttum? Man kann es zusammenfassen als mit einem Mann an Stelle einer Autorität, welcher keine wahre Autorität hat. Es entspricht einfach einem Mann, der die Autorität über Menschen und die Mittel zu ihrer Durchsetzung ergriffen hat und Respekt und Unterwerfung unter diese Autorität fordert, der aber überhaupt keine Autorität hat, außer derjenigen, die er mit unrechtmäßi-gen Mitteln ergriffen hat. Und die Beschreibung des Papsttums in der Heiligen Schrift besagt, dass er "sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, also daß er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott." [2. THESS. 2,4] Das ist die Extremsituation, in welche Menschen aufgrund der Übertretung des Ersten Gebots möglicherweise geraten können. Und doch ist das alles nur der Wunsch nach einem Platz, einer Stellung und der Ausübung von Autorität.

Aber das Papsttum besitzt keine wahre Autorität, weil es nicht die [volle] Wahrheit besitzt. [Die] Wahrheit ist die einzige Quelle der Autorität. Wer die Wahrheit hat, hat Autorität. Und wer die meiste Wahrheit hat, hat die meiste Autorität. Deshalb hatte CHRISTUS alle Autorität im Himmel und auf Erden. Er hatte alle Autorität, weil ER die ganze Wahrheit hatte - ER ist die Wahrheit selbst [ und bezeugte:] "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden." [MATTH. 28,18] "Ich bin der Weg und die Wahrheit ..." [JOH. 14,6] Diese beiden Aussagen gehören zusammen.  Eine jede erklärt die andere.

Und doch hatte Jesus keine Position. Er nahm keinen Platz ein. Und das drückt einfach die ewige Wahrheit aus, dass eine Position oder Stellung niemals wahre Autorität verleiht. Und das bedeutet schlicht und einfach, dass in der Kirche und im Werk Gottes irgendeine Position niemals jemandem Autorität verleiht. Autorität kann eine Person für eine Position qualifizieren, die sie nicht hat. Aber eine Position kann einer Person niemals Autorität verleihen, die sie ohne diese Position nicht hat. Eine Position bringt Verantwortung mit sich, aber sie verleiht niemals Autorität.

CHRISTUS lehrte "wie einer der Autorität hat" [MATTH. 7,29] [KJV] Und diese Autorität wurde von denen, die zuhörten, bereitwillig anerkannt. Das lag daran, dass die Autorität in dem lag, was ER lehrte. Die Autorität lag in der Wahrheit, welche ER hatte. Und wer auch immer in der Welt die Wahrheit hat, wie sie in Jesus ist, indem er auch im Himmel und auf Erden Autorität hat - nicht um Autorität auszuüben, sondern um mit Autorität zu sprechen. "die weltlichen Fürsten herrschen und die Obersten haben Gewalt. So soll es nicht sein unter euch." [MATTH. 20,25-26] Gott gibt Autorität, aber Er gibt sie in der Wahrheit, die Er gibt und wer die Wahrheit Gottes empfängt, wie sie ist, wie sie in CHRISTUS ist, der empfängt die Autorität. Die Autorität, die er hat, liegt in der Wahrheit, die er hat, [oder] in der Botschaft, die er verkündigt.

Wo ist also die wahre Position der Größe und die Position der wahren Größe? Hier ist die Antwort [welche der HERR SELBST gibt:] "wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein; und wer von euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen ..." [MARK. 10,43-45] [ELB] "Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende." [LUK. 22,27]

In CHRISTUS und im Weg CHRISTI finden wir die Einhaltung des ersten Gebotes. Im Papsttum und im Weg des Papsttums das Brechen des ersten Gebotes.

"Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben."[2. MO. 20,2-3]  

( Alonzo T. Jones, März 1901 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 13.12.2020 um 18:06
Auch wenn dieser Artikel von Alonzo T. Jones bereits vor ca. 120 Jahren verfasst wurde, hat er deswegen nichts an seiner Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend zwei entsprechende Links:

Übersicht ARTIKEL Ellet J. Waggoner
https://www.christ-sucht-christ.de/weblog/JesusComesBackSoon/63068/

Übersicht Artikel Alonzo T. Jones
https://www.christ-sucht-christ.de/weblog/JesusComesBackSoon/63067/

Mein Wunsch ist, dass jeder Leser durch den (bzw. die) Artikel reichlich gesegnet wird und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.

Eckige Klammern im Text beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.

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