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SEI SO GESINNT [wie CHRISTUS]

SEI SO GESINNT [wie CHRISTUS]
Die Summe und das Wesentliche, der Anfang und das Ende, [oder auch] das Alles in Allem, des Glaubens Christi liegt in der folgenden Aussage der Schrift: "ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters."  [PHIL.2,5-11] [SLT]

Der Teil der zitierten Aussage, der mit "er entäußerte sich selbst" wiedergeben wird, sollte [besser] eigentlich so lauten "er entleerte sich selbst". Dies ist in Wahrheit die wörtliche Bedeutung des griechischen Wortes eiknosen ekenosen, von ktnous keno- o "ausleeren". Es ist dasselbe Wort, das im Römerbrief wie folgt mit "zunichtegemacht" übersetzt wird: "Wenn nämlich die vom Gesetz Erben sind, so ist der Glaube zunichtegemacht und die Verheißung aufgehoben." [RÖ. 4,14] [ELB] Ebenso wird es im 1. Korintherbrief mit "zunichte machen" wiedergegeben [wo Paulus schreibt:] "Es wäre mir lieber, ich stürbe, denn daß mir jemand meinen Ruhm sollte zunichte machen." [1. KOR. 9,15]

"ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, ... DER sich selbst entleerte" Diese - Entleerung oder [das Zunichtemachen] des eigenen Ichs - ist das Geheimnis des gesamten Christentums, denn es war Selbstverherrlichung, die das Christentum notwendig machte.

Aufgrund von Selbsterhöhung kam die Sünde ins Universum, denn es war ein "gesalbter, schützender Cherub" [HES. 28,14] [SLT] Luzifer, der sündigte oder in dem Ungerechtigkeit zuerst gefunden wurde, und von dem geschrieben steht: "Dein Herz hat sich überhoben wegen deiner Schönheit; du hast deine Weisheit um deines Glanzes willen verderbt." [HES. 28,17]

Dieser Engel in seiner vollkommenen Schönheit, schaute auf sich selbst statt auf DEN, DER ihm diese vollkommene Schönheit gegeben hatte, und begann, sich selbst zu betrachten und zu bewundern. Als Folge davon wurde er stolz auf sich selbst und begann zu denken, dass der Platz, den er einnahm, zu gering war, um die Fähigkeiten, die er zu besitzen glaubte, angemessen, gewinnbringend und voll zur Geltung zu bringen. Er kam zu dem Schluss, dass der Platz, den er einnahm, der Würde, die nach seiner eigenen Einschätzung in ihm steckte, nicht völlig würdig war.

Zwar besaß er vollkommene Schönheit, die Fülle der Weisheit und die Höhe der Würde. Aber das alles hatte er von GOTT durch Christus , DER ihn erschaffen hatte, empfangen. Er hatte nichts, bis hin zu seiner Existenz selbst, was er nicht bekommen hatte. Und wenn er sich dessen rühmte, als ob er es nicht empfangen hätte, wenn er stolz auf seine Schönheit war und sich selbst dafür rühmte, als ob sie von ihm selbst stammte, so war das an sich nichts anderes, als dass er seinen Schöpfer ignorierte und sich selbst an dessen Stelle setzte. Mehr noch, wenn er sich dessen rühmte, was er empfangen hatte, als ob er es nicht empfangen hätte, wenn er sich wegen dessen, was er war, erhob, als ob es ihm selbst innewohnte, so entsprach das nur dem, eigene Selbstexistenz zu behaupten. Und das entsprach wiederum nur dem, sich in seiner eigenen Einschätzung GOTT gleich zu machen. Und wenn so etwas im Gegensatz zu GOTT steht, ist die Behauptung der Gleichheit mit Gott nur die Behauptung, über Gott zu stehen.

Es ist eben dieser Gedanke, den jener [Engelfürst] der, sich selbst erhöht hatte, unseren ersten Eltern in Eden vermittelte. Er konfrontierte Eva mit genau denselben Gedanken, und suggerierte ihr dieselbe Ehrsucht. Als sie zu ihm in Bezug auf den Baum sagte: "von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Eßt nicht davon, rührt's auch nicht an, daß ihr nicht sterbt" [1. MO.3,3], antwortete Satan, wie es im Hebräischen, in der Revidierten Fassung und in der jüdischen Übersetzung heißt: "Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon eßt, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist." [1. MO. 3,5]

Dies ist nicht nur eine übertragene Lesart, sondern die wahre Bedeutung der ursprünglichen Worte. Dies gibt genau den Gedanken wieder, welcher der Frau vor Augen geführt wurde. Es war nicht so, dass sie wie [irgendwelche] Götter sein würde, wie man den Begriff "Götter" im Plural auffassen könnte. Es war buchstäblich die Gesinnung und der Ehrgeiz von Luzifers selbst, der Eva mit dem "Ihr werdet sein wie GOTT" vor Augen geführt wurde. Satan wollte sie [damit von GOTT] wegführen und sie mit dem Gedanken, der in ihm war, inspirieren, [dem Gedanken] GOTT gleich zu sein.

Die Frau akzeptierte seine Aussage, gab seiner [suggestiven] Einflüsterung nach und akzeptierte sein ehrsüchtiges Ziel und auch der Mann ging denselben Weg. Die Sünde kam in diese Welt, indem in unsere ersten Eltern eine Gesinnung einzog, welche nicht von GOTT ist, - die Gesinnung, die nicht in Christus ist, - die Gesinnung, welche "Feindschaft gegen Gott ist, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie kann das auch nicht." [RÖ.8,7] [ELB] - die Gesinnung der Selbstsucht. 

Und dass dies die allgemeine Gesinnung des Menschen ist, so wie es in der Welt ist, zeigt sich in der Ermahnung Gottes an den Menschen mit den Worten: "Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: Was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott?" [MI. 6,8] [SLT] Hierin wird deutlich, dass es für einen Menschen, der mit GOTT wandeln möchte, von allergrößter Wichtigkeit ist, dass er sich dazu demütigt. Das allein zeigt schon, dass er sich in seiner eigenen Einschätzung, in seiner [unbekehrten] natürlichen Denkweise über GOTT stellt.

Das ist die natürliche Gesinnung, oder die Gesinnung des natürlichen Menschen. Aber das ist nicht die Gesinnung, die in CHRISTUS ist, das ist nicht die Gesinnung, die allein einem [wahren] Christen angemessen ist. Die Gesinnung [eines wahren Gläubigen] entspricht aber nicht Selbsterhöhung, sondern völliger Selbstverleugnung, es ist die Gesinnung, die sich willig erniedrigt, um GOTT gehorsam zu sein, und sei es um den Preis des Todes, ja sogar eines Todes am Kreuz.

Dies wird noch deutlicher in den für alle Zeit gültigen Worten CHRISTI an alle, die seine Jünger sein werden: "Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach." [LUK. 9,23] Die Selbstverleugnung, oder Selbstentäußerung, geht der Aufnahme des Kreuzes voraus und die Aufnahme des Kreuzes geht der Nachfolge des Herrn voraus. "Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's erhalten." [LUK. 9,24]

Das entspricht genau dem Weg, den CHRISTUS ging. ER verleugnete sich selbst, entäußerte sich und nahm das Kreuz auf sich, indem er den Tod nicht scheute, ja sogar den Tod am Kreuz.

Ja dies ist der Weg eines [wahren] Christen. "Denn die Liebe des Christus drängt uns, da wir von diesem überzeugt sind: Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben; und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist." [2. KOR. 5,14-15] [SLT]

[Und] das entspricht dem Glauben Christi, ja das ist der Weg des Glaubens Christi, nicht umsonst bezeichnete unser HERR sich selbst als "der Weg." [JOH. 14,6]

[Also] "Sei so gesinnt wie es CHRISTUS auch war ... welcher sich selbst entäußerte.

( Alonzo T. Jones, November 1900 )

Kommentare

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JesusComesBackSoon 07.08.2022 um 17:15
Der vorstehende Artikel ist der fünfte einer Artikelserie unter dem Thema DER GLAUBE CHRISTI.

Wer gerne auch die vorherigen Artikel lesen möchte, kann dies über die nachstehend verlinkte Übersicht tun.

https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/JesusComesBackSoon/100176/
 
JesusComesBackSoon 07.08.2022 um 17:18
Auch wenn der Inhalt dieser Artikel von Alonzo T. Jones bereits vor mehr als 120 Jahren verfasst wurde, haben sie deswegen nichts an ihrer Bedeutsamkeit für das persönliche, insbesondere auch geistige Leben eines jeden Nachfolgers des Sohnes Gottes verloren.

Für diejenigen, die gerne noch weitere solche  (zeitgeistfreien, nah am Wort Gottes ausgerichteten ) Artikel lesen möchten, nachstehend zwei entsprechende Links:

Übersicht ARTIKEL Ellet J. Waggoner
https://www.christ-sucht-christ.de/weblog/JesusComesBackSoon/63068/

Übersicht Artikel Alonzo T. Jones
https://www.christ-sucht-christ.de/weblog/JesusComesBackSoon/63067/

Mein Wunsch ist, dass jeder Leser durch den bzw. die Artikel reichlich gesegnet wird und das Gelesene in seinem Leben Frucht zur Ehre Gottes bringen möge.

Die angegebenen Bibelverse wurden, sofern nicht speziell angegeben, aus LUTHER 1912 entnommen. Die Abkürzungen [KJV] [LUT2017] [ELB] [SLT1951] und [SLT] stehen falls vorhanden für King James Version, Luther 2017, Elberfelder, Schlachter 1951 und Schlachter 2000.

Eckige Klammern im Text - abgesehen von Bibelzitaten - beinhalten Einfügungen von mir, die einer besseren Verständlichkeit nach Übertragung des Artikels ins Deutsche dienen sollen.

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