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Wo bleiben deine Werke,...

Wo bleiben deine Werke,...
Herr, mach mich würdig, mein Leben geringzuschätzen um des Lebens willen, das in dir ist. Das Leben auf dieser Welt gleicht Leuten, die Buchstaben verwenden, um Wörter zu bilden. Nach Belieben fügt man Buchstaben hinzu, streicht welche weg, wechselt sie aus. Das Leben der zukünftigen Welt aber gleicht dem, was ohne den geringsten Fehler in Büchern geschrieben steht, die mit dem königlichen Siegel versiegelt sind, wo es nichts hinzuzufügen gibt und wo nichts fehlt. Lasst uns also achthaben auf uns, solange wir uns inmitten des Wandels befinden. Solange wir über das Manuskript unseres Lebens verfügen können, über das, was wir eigenhändig geschrieben haben, sollten wir uns doch Mühe geben, gute Werke hinzuzufügen und die Fehler, die wir früher gemacht haben, zu tilgen. Solange wir auf dieser Welt sind, drückt Gott sein Siegel weder auf das Gute noch auf das Schlechte. Das tut er erst in der Stunde unseres Exodus, wenn unser Werk zum Abschluss kommt, im Augenblick unseres Scheidens.

Der hl. Ephräm hat es so gesagt: Wir müssen bedenken, dass unsere Seele einem Schiff gleicht, das reisefertig ist, aber nicht weiß, wann der Wind kommt; oder dass sie einem Heer gleicht, das nicht weiß, wann die Trompete erschallt, die zum Kampf ruft. Wenn er das von einem Schiff und einem Heer sagt, die beide auf etwas warten, was vielleicht nicht eintrifft: Wie sehr müssen wir uns dann darauf vorbereiten, dass jener Tag jäh hereinbricht, dass die Brücke geschlagen wird und das Tor zur neuen Welt sich öffnet? Möge Christus, der Mittler unseres Lebens, es uns gewähren, bereit zu sein.

Isaak der Syrer (7. Jh.), Mönch in Ninive bei Mossul im heutigen Irak,
Asketische Homilien, 1. Reihe, Nr. 38
„Noch ich dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern“

Kommentare

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(Nutzer gelöscht) 22.10.2013 um 00:29
Ja, unsere eigentliche Heimat wird im Himmel sein...

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