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O Herr,wie glücklich bin ich doch in meiner Zurückgezogenheit! Im Einsamkeit, doch mit dir

O Herr,wie glücklich bin ich doch in meiner Zurückgezogenheit! Im Einsamkeit, doch mit dir
Gott findet sich im Herzen, das in sich gekehrt ist; in der Stille des Gebetes, im Leiden, das freiwillig als Opfer angenommen wird; in der Verlassenheit der Welt und ihrer Kreaturen. Gott ist im Kreuz, und solange wir das Kreuz nicht lieben, werden wir ihn nicht sehen, nicht wahrnehmen. Schweigt doch, ihr Menschen, die ihr nicht aufhört, Lärm zu machen.

O Herr, wie glücklich bin ich doch in meiner Zurückgezogenheit! Wie sehr liebe ich dich doch in meiner Einsamkeit! Wie gerne wollte ich dir schenken, was ich nicht mehr habe, weil ich dir alles gegeben habe. Bitte mich um etwas, Herr! Aber was könnte ich dir geben? Meinen Leib hast du schon, er gehört dir; meine Seele, wonach sehnt sie sich denn, wenn nicht nach dir? Danach, dass du sie endlich zu dir nimmst? Mein Herz liegt Maria zu Füßen, es weint vor Liebe und will nichts anderes mehr als dich. Mein Wille: sehnt er sich etwa, wonach du dich nicht sehnst? Sag mir, sag es mir doch, Herr, was dein Wille ist, und ich bringe ihn mit meinem Willen in Einklang. Ich liebe alles, was du mir schickst und mir gibst, Gesundheit wie Krankheit, Hier-Sein wie Dort-Sein, dieses wie jenes. Nimm mein Leben, Herr, wann immer du willst. Wie sollte ich so nicht glücklich sein?

Wenn die Welt und die Menschen es doch wüssten! Aber sie werden es nicht erfahren. Sie sind zu sehr von ihren Interessen gefangen genommen; ihre Herzen sind voll, aber Gott ist nicht darin. Die Welt lebt doch sehr auf ein irdisches Ziel hin. Die Menschen denken zu sehr an dieses Leben, in dem doch alles nichtig ist, und so können sie das wahre Glück, das in der Gottesliebe besteht, nicht finden. Es gelingt ihnen vielleicht, dieses Glück zu verstehen, es aber zu empfinden? Dazu gibt es sehr wenige, die von sich selbst loslassen und das Kreuz Jesu auf sich nehmen (Mt 16,24), sogar unter der Geistlichkeit. Herr, was lässt du alles zu! Deine Weisheit weiß, was sie tut. Und mich, bewahre mich in deiner Hand, lass nicht zu, dass mein Fuß ausgleitet; denn, ohne dich – wer käme mir zu Hilfe? Und „Wenn du nicht das Haus baust“ (Ps 127,1)… O Herr, wie ich dich liebe! Wie lange noch, Herr?


Rafael Arnáiz Barón (1911 – 1938), spanischer Trappist
Geistliche Schriften 04.03.1938
„Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein“

Kommentare

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CH2006 15.10.2013 um 06:20
Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt, zuerst den Juden, aber ebenso den Griechen.
Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart aus Glauben zum Glauben, wie es in der Schrift heißt: Der aus Glauben Gerechte wird leben.
Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.
Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart.
Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar.
Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.
Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren.
Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüßige und kriechende Tiere darstellen. Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so daß sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten.
Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen.

Paulusbrief an die Römer 1,16-25.
 
(Nutzer gelöscht) 15.10.2013 um 22:32
CH2006 Dieser Abschnitt von dem Spanier, der scheinbar sehr jung gestorben ist, ist ein großes Glaubenszeugnis mit richtig guten "Rezepten" für uns...
Ja, in der Stille finden wir Gott und er spricht auch manchmal zu uns.

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