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Herbstgedanken

Herbstgedanken
Herbstanfang


Kurzes Essay Herbst – Gedanken und Wehmut im September

Herbst also!
Nun bist du da, von vielen Sommerhassern herbeigesehnt. Für sie beginnt nun die schönste Zeit im Jahr mit Morgennebeln, kühlen Temperaturen, Altweibersommersonnenfunkeln, Spinnennetzen, Zwetschgenkuchen, Kürbissuppe, gerösteten Kastanien, Kräutertee, neuem Wein, Abendkühle und Kuscheldecken-SofamitBuch-Momenten. Schön!
Auch mir behagen einige deiner Herbstfreuden!
Wenn die Sonne scheint und mich mit ihren Strahlen einen Sommertag vorgaukelnd streichelt. Da mag ich auch die Morgenstunden, wenn sich Nebelschwaden über Wiesen und Äcker schmiegen und der Tau sich im Licht der noch schwächelnden Morgensonne funkelnd spiegelt und es nach frischer Erde, Kräutern und reifen Früchten duftet. Ich mag auch deine Abende mit ihrem fahlen Licht und den würzig lockenden Düften der Vergänglichkeit, die geliebte Erinnerungen in sich bergen. Und ich liebe es, durch die Gassen der Weindörfer zu schlendern und den Duft nach gelesenen Trauben, neuem Wein, Walnüssen, Zwiebelkuchen und gerösteten Kastanien zu genießen.
Überhaupt bist du mir ein Fest der Düfte, Herbst, als wolltest du mich damit locken. Zu dir hin und weg von meinen Träumen vom Sommer und der Sehnsucht nach Wärme, Licht und Freundlichkeit. Auch du willst freundlich zu mir sein, versuchst mich zu erobern mit deinen Düften. Und fast, ja, fast würdest du mich damit auch für dich einnehmen. Aber nur fast.
Bald werden wir uns wieder in dicke Hemden und Pullover einhüllen und die Gänsehautbläschen auf unseren sommerbraunen Armen damit bedecken.
Bald werden wir nur noch in Räumen hocken und mit dem inneren Schweinehund ringen, der wenig Lust hat, Schuhe, Mütze, Jacke und Schal überzustreifen und für ein Stündchen oder zwei ins Freie zu gehen.
Bald werden keine Blumen mehr blühen und keine Vögel mehr singen. Die Blätter werden von den Bäumen fallen und die Farben sich zur Ruhe legen.
Und zeigst du uns dann deine trübe Seite, deine kühle, regnerische, nebelige, feuchte, dunkle, dann, ja, dann kannst du dich zum Teufel scheren. Und nein, dein Nebel findet keinen Platz in meiner Nase. Er duftet nicht fein … oder fast nicht. Er übermalt unsere Welt mit grauer Farbe, die wir später mühsam mit Weihnachtsglitzer zu überdecken versuchen.
Lange wird es dauern, bis wir neue Farbtupfer am Horizont sehen werden.
Ich seufze und Wehmut ergreift meine Seele, die schon einmal das Traurigsein übt.

© Elke Bräunling


Ja, es ist wieder soweit. Wenn es am Markt nach Glühwein richt, die Tage kürzer werden und man das Gefühl bekommt, Weihnachten war doch erst.
Schnelllebig ist die Zeit und im Supermarkt locken die süßen Sachen, bei deren Anblick einen schon die Pfunde auf den Hüften wachsen.

Anmerkung er Redaktion

Was solls. Da nehme ich nächstes Jahr 400 gr. statt 200 gr. ab.

Die Redaktion

achtet auf die AGB,s

A120 🙂

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A120 23.09.2022 um 09:48
Ernte im Herbst – Das Erntejahr geht zu Ende
Gedicht zur Ernte und zu Erntedank

Korn und Heu sind nun geerntet,
überreif ist längst der Mais,
auf dem Felde warten Rüben
auf die Ernte, dick und weiß.

In den Gärten das Gemüse
steht bereit in bunter Pracht.
Es wird Zeit, es jetzt zu ernten,
kühl wird´s manchmal schon zur Nacht

Äpfel, Birnen in den Bäumen,
Pflaumen, saftig süß und blau,
und vom Nussbaum fällt ins Grase
Nuss für Nuss. Komm her und schau.

Die Kartoffeln sind die letzten.
Grabt sie aus der Erde aus!
Freut euch an der guten Ernte,
macht ein Dankesfest daraus.

© Elke Bräunling
 
A120 23.09.2022 um 09:49
 
A120 23.09.2022 um 09:50
 
A120 23.09.2022 um 09:52
Bei Oma im Herbst

Kleines Herbstgedicht

Im Herbst gibt’s bei Oma sehr viel zu tun.
Da bleibt wenig Zeit, sich auszuruhn.
Im Garten muss man Äpfel pflücken,
Birnen, Pflaumen, Brombeern auch,
Nüsse schütteln und sich bücken,
Trauben lesen frisch vom Strauch,
Kräuter und Tomaten ernten,
und Salat, Gemüse, Lauch,
Kartoffeln, Rüben, Gurken, Zwiebeln,
ja, und Blumensträuße auch.
Oma freut sich, und sie hängt,
Blumen, Kräuter auf als Strauß.
So verbleibt ein Stück vom Sommer
duftig bunt in Omas Haus.
Das Gemüse und die Äpfel
lagert Oma sorgsam ein
drunten in dem dunklen Keller.
Frisch soll es im Winter sein.
Aus den Früchten zaubert Oma
Marmelade, Mus und Kuchen,
und wir naschen, schlecken, schmausen,
wenn wir sie im Herbst besuchen.

© Elke Bräunling
 
A120 23.09.2022 um 09:54
 
A120 23.09.2022 um 09:57
Herbstgebet



Der Sommer ist gegangen,
dichte Nebel steigen auf.
Herbst hat uns eingefangen.
Neige eines Jahreslauf.

Ob wir wandern oder geh’n,
durch den stillen, bunten Wald.
Ob wir laufen oder steh’n.
Die Welt ist kühl, ja bitterkalt.

Wenn alle Bäume rauschen
und die Wanderer lauschen,
dann tritt plötzlich Stille ein.
Und jeder ist mit sich allein.

Wo ist die helle Sonne,
mit ihrem wärmenden Strahl ?
Kein Tag sei ohne Wonne,
hier, im schönen Zillertal.

Schon seit Anfang gilt dein Wort.
GOTTES Wort ist GOTTES Licht.
Überall ist GOTTES Ort.
Nur hören woll’n wir ihn nicht !

HERR, sei uns Licht im Leben.
Und bricht Nebel meine Sicht.
ER wird uns Frieden geben,
auch dann, wenn die Nacht anbricht.
Amen

(c) Olaf Lüken (05./06.10.2020)
 
A120 23.09.2022 um 09:58
 
A120 23.09.2022 um 10:02
Kartoffelgeschichte – Bunt und lebhaft geht es zu im Kartoffelfeld

“Ich befürchte, meine lieben Freunde, morgen ist es wieder so weit”, sagte der Kartoffelkönig eines Tages zu seinem Volk.
“So weit?”
“Wie weit?”
“Warum weit?”
“Was weit?”, fragten die jungen, kleinen Knollen neugierig, während ihre älteren Kollegen leidvoll stöhnten und klagten.
“Sehr weit. Erntezeit!”, erklärte eine besonders dicke Knolle.
“Leidenszeit”, ergänzte eine weitere.
“Abschiedszeit”, jammerte eine dritte.
Die Jungkartoffeln wunderten sich. Ernte? Leiden? Abschied? Sie konnten das nicht begreifen.
“Ist das eine Jammerzeit?”, fragten sie.
“Jaaa!”, heulten die Altkartoffeln auf, und die besonders dicke Knolle jammerte am lautesten:
“Mit ihren scharfen Erntemaschinen werden sie kommen, die Menschen, uns unsanft aus der Erde reißen und uns die Heimat nehmen. Huhuhuuuuuu!”
“Und dann werfen sie uns – knallpeng! – auf einen Erntewagen, als ob wir Spielbälle seien”, ergänzte eine weitere Kartoffel. “Das tut so weh! Ojeoje!”
“Und dann?”, fragten die kleinen Jungkartoffeln neugierig, denn sie konnten sich darunter gar nichts vorstellen. “Vielleicht ist es auf einem Erntewagen ja ganz lustig?”
“Und man kann den Himmel sehen.”
“Und die Sonne.”
“Licht und Sonne machen uns ungenießbar”, sagte der Kartoffelkönig.
“Ach, wenn dem doch nur so wäre und die Menschen uns tagelang in der Sonne liegen lassen würden!”, seufzte die dicke Knolle. “Aber nein. So schnell wie möglich fahren sie uns zum Bauernhof, und dort werden wir aussortiert, gemein voneinander getrennt und in Säcke verpackt. Und dann geht´s – huhuuu – zum Großmarkt.”
“Oder zum Supermarkt”, rief ihre Nachbarin. “Das hat mir eine Kollegin erklärt.”
“Oder gleich in die Küche des Bauern”, sagte eine längliche Kartoffel betrübt, und vor Gram runzelte sie ihre Haut.
“Und dann?”, rief eine vorwitzige Jungkartoffel wieder. “Das ist doch interessanter als immer im dunklen Boden zu hocken, oder?”
“Genau!”, riefen die anderen Jungkartoffeln, die noch sehr neugierig auf das Leben draußen waren. “Hier ist es doch langweilig. Wir wollen etwas erleben. Warum also heult ihr alle?”
“Ihr vorwitzigen Grünschnäbel!”, lachte der Kartoffelkönig, während ringsum ein Wehklagen und Heulen erschallte. “Neugierde ist zwar eine schöne Sache, doch nicht immer von Vorteil. Ihr habt es für dieses Jahr gut getroffen, denn ihr werdet aussortiert und im nächsten Frühjahr wieder frisch in die Erde gesteckt.”
Hm! Na ja, so verlockend fanden die Jungkartoffeln diese Aussicht nicht.
“Und ihr?”, murrten sie.
“Ich werde mich noch heute Nacht tief in die Erde zum Winterschlaf zurückziehen”, erklärte der Kartoffelkönig. “Und eure armen Kollegen…”
Wieder fingen alle Kartoffeln zu weinen an.
“Ja”, schluchzte eine. “Sprich es ruhig aus!”
“Wir”, kreischte eine andere. “Wir werden aufgefressen. So einfach ist das. Huch. Und so gemein!”
“Aufgefressen? Was ist das?”, fragten die Jungkartoffeln erstaunt, denn darunter konnten sie sich gar nichts vorstellen.
Eine Antwort darauf erhielten sie aber nicht. Sie ging in dem lauten Geschluchze und Geweine irgendwie unter. Das war auch gut so. Manchmal ist es besser, wenn man nicht alles weiß, oder?

© Elke Bräunling
 
Sadie 23.09.2022 um 10:02
Herbstgesang

Bunte Gesänge des Herbstes 
Der Wind weht sich wund 
Geborgen unter den Ästen 
Übst du dich in Geduld .

An Niemand schmiegt sich deine Wange
Das Warten legt keinen Himmel frei.
Die Nächte tropfen bange
Eine Sehnsucht in den Wein

(Monika Minder )
 
A120 23.09.2022 um 10:02
Sadie...willkommen....🙂
 
A120 23.09.2022 um 10:03
 
Wunderwerk 23.09.2022 um 10:04
Grüß dich und Guten Morgen Andreas  

....ein toller musikalischer  u. lyrischer   H e r b s t b l o g   .  Danke u. Gruß 🙂
 
A120 23.09.2022 um 10:06
Wunderwelt...guten Morgen....gerne....🙂
 
A120 23.09.2022 um 10:06
 
A120 23.09.2022 um 10:11
 
Erdchen 23.09.2022 um 10:15
Die letzte Sonne des Jahres.
Der letzte Schmetterling.
Violett blüht die letzte Distel,
da wo ich gehe und ging.
Im Voprjahr und all die Jahre
 Vor diesem letzten Jahr.
Wieder die Abschiedsvorstellung.
Was ist , was wird und war,
verschwimmt in eines. Verändert
bin vielleicht nur ich.
Und eines Herbstes septembnert
es ohne mich.
Die letzte SDonne des Jahres.
Der letzte Schmetterling.
Violett blüht die letzte Distel,
da wo ich gehe und ging.


(Eva Strittmatter , 1930 -2011 )
 
Erdchen 23.09.2022 um 10:15
Sorry für Schreibfehler
 
A120 23.09.2022 um 10:16
 
A120 23.09.2022 um 10:17
Erdchen..willkommen....🙂
 
TAMIKATAMHALL 23.09.2022 um 10:18
Kastanien ...Eicheln...Kürbisse ...Hagebutten ...tolle Herbst nature Deko ☺
Zudem liebe ich dem Herbstduft ☺
 
Sadie 23.09.2022 um 10:22
 
A120 23.09.2022 um 10:25
TAMI...willkommen...🙂
 
A120 23.09.2022 um 10:25
 
A120 23.09.2022 um 10:27
 
A120 23.09.2022 um 10:29
Vergiss es nicht



Vergiss es nicht,

für heute noch zu danken.

Der Tag war reich

an Blüten und an Ranken.

Vergiss das Gute nicht.



Du bist beschenkt

durch Herzen, Glück und Gaben.

Vergiss es nicht

bei vollen Honigwaben.

Auch du bist reich beschenkt.



Die Liebe bleibt –

bricht Fragen und Vermissen.

Du bist beschenkt.

Gottes will dich glücklich wissen.

Sein grosses Lieben bleibt.



Und weicht die Zeit,

du bist in Gott geborgen.

Die Liebe bleibt.

Es folgt ein neuer Morgen:

Befreit in Ewigkeit.



Theophil Tobler
 
A120 23.09.2022 um 10:32
 
Herbstprince 23.09.2022 um 10:36
 
A120 23.09.2022 um 10:36
 
A120 23.09.2022 um 10:36
Herbstprince...willkommen...🙂
 
A120 23.09.2022 um 10:39
 
A120 23.09.2022 um 10:43
Buntes Kleid – Herbst

Buntes Kleid der Erde,
Herbst in gold’ner Pracht –
weisen auf des „Werde“,
auf des Schöpfers Macht
Blühen und verblassen
sind des Lebens Zeit,
kommen und verlassen –
bis zur Ewigkeit
Über allem Hoffen
und beim stille Steh’n
hält Gott Türen offen.
Er wird mit mir geh’n.


Theophil Tobler
 
A120 23.09.2022 um 10:48
 
A120 23.09.2022 um 10:50
 
A120 23.09.2022 um 10:53
Herbstgeschichte für Groß und Klein – Verabschiedet sich die Sonne im Herbst von uns?

„Der Herbst kommt“, sagte der Gärtner und schnitt den welken Sonnenblumen in seinem Garten die Köpfe ab. Er würde sie gut aufbewahren, um im Winter Futter für die Vögel zu haben. „Sonnenblumenkerne sind nahrhaft und gesund. Für die Tiere und für die Menschen.“
„Herbst ist doof“, maulte das Kind, das dem alten Mann zusah. „Du machst die schönen großen Blumen mit den Sonnengesichtern tot. Viele kleine Sonnen sterben nun.“
Es sah ihn an, überlegte. „Sag, stirbt im Herbst die Sonne auch?“
Darüber hatte der Mann noch nie nachgedacht. Die Sonne? Sterben?
„Vielleicht ein bisschen“, meinte er schließlich.
„Ein bisschen?“ Fragend sah das Kind den Alten an. „Wie kann man nur ein bisschen sterben?“
„Hm.“ Der Gärtner überlegte wieder. Dann lächelte er. „Ich stelle mir das so vor:“, begann er. „Die Sonne verabschiedet sich im Herbst und folgt dem scheidenden Sommer in die Länder im Süden der Erde. Deshalb wird sie auf ihrem Weg jeden Tag nun einen kleineren Kreis über unserem Himmel malen.“
„Dies ist dann der Herbst der Sonne und sie ist nicht tot. Nur ein bisschen unterwegs ist sie. Das ist okay“, ergänzte das Kind. „Abends wird es früher dunkel und morgens später hell. Und sommerwarm sind ihre Strahlen dann auch nicht mehr. Aber sie wird wieder ganz nah zu uns kommen.“
„Ja, sie kommt wieder in ihrer ganzen Pracht und mit allen Kräften zurück. Ohne Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Ein Teil von ihr bleibt daher auch in den dunklen Monaten bei uns.“
Das Kind nickte. „Die Wintersonne macht an Sonnentagen den Winter hell.“
„Genau“, bestätigte der alte Gärtner. „Und auch die Sonnenblumen sind nicht wirklich tot. Sie tragen das neue Leben in ihren Kernen.“
„Und daraus wachsen wieder Sonnenblumen“, rief das Kind und klatschte vor Freude in die Hände. „Viele neue kleine Sonnen und die lachen alle dann der Sommersonne zu. Und wir, wir freuen uns auch.“

© Elke Bräunling
 
Geistreich 23.09.2022 um 10:54
Herbst 🍂

Du lächelst uns heute sonnig entgegen,
zeigst dich von deiner besten Seite.
Wir haben verstanden,
du willst uns aus der Wohnung locken.
Okay, wir kommen.
Schnell noch warme Sachen überstreifen,
den Fotoapparat zücken
und raus geht es.
Jetzt heißt es durchatmen.
Sauerstoff durchflutet die Lunge.
Die Aucen erfreuen sich an dem Naturschauspiel.
Was ist das schön.
Leben im Herbst. 🍂
 
A120 23.09.2022 um 10:55
Geistreich..willkommen...🙂
 
A120 23.09.2022 um 10:55
 
Herbstprince 23.09.2022 um 10:57
Herbstgedicht

Die schönen Tage sind dahin,
noch zittert Wärme im Geäst.
Ich danke Gott, dass ich noch bin
und weiß, dass er mich nie verlässt.

Ein warmer Sommer sagt Adé,
bald deckt die Erde bunte Blätter.
In mir ist großes Herbstesweh
und düst’re Wolken künden böses Wetter.

Ich will mich vor dem Winter noch
in Deine Hände legen.
Du holst mich aus der Tiefe doch,
beschenkst mich mit Deinem Segen.
Johannes Kandel 2015 
 
A120 23.09.2022 um 11:02
 
A120 23.09.2022 um 11:07
 
A120 23.09.2022 um 11:12
Nüssegeflüster
Herbsterntegedicht für Kinder

In den Tagen vor der Ernte
spielen Nüsse gern im Wind,
wiegen sich vergnügt im Baume,
klackern, weil sie fröhlich sind.
Leise, pssst, du kannst sie hören,
lausche und bleib einfach stehn,
hörst sie – klack – zu Boden kullern,
solltest schnell nach ihnen sehn.
Lass sie dort nicht lange liegen.
Sie wolln bei den Kindern sein
und sich knacken, naschen lassen.
Hmm. Sie schmecken würzig fein.

© Elke Bräunling
 
A120 23.09.2022 um 11:15
 
dieumerci 23.09.2022 um 13:49
Der Herbst

Der Herbst ist ein hellgelber Strauch
mit unbekanntem Namen
und Spuren Gold oder auch
ein feiner Geruch, ist ein Hauch
von Worten, die wortlos kamen

und wortlos blieben. Die Luft
ist nun ein goldener Rauch.
Ein unbekannter Duft
ist stärker als alle Namen.
Und namenlos brennt der Strauch
für alle, die spät noch kamen,
vergingen im goldenen Rauch.

Karl Krolow 
 
A120 23.09.2022 um 13:50
dieumerci..willkommen....🙂
 
einSMILEkommtwieder 23.09.2022 um 16:09
Darum ist der Herbst so köstlich

(In: Oberman. Roman in Briefen)


Wenn sich der Winter verzieht, so acht´ ich´s kaum; der Frühling geht vorüber und lässt mich ungerührt; der Sommer vergeht, ich traur´ ihm nicht nach; aber es behagt mir, durchs Laub zu schreiten, im kahlen Wald, an den letzten sonnigen Tagen.

Woher kommt dem Menschen diese bleibendste Wonne seines Herzens, diese Wollust der Melancholie, diese geheimnisvolle Bezauberung, die ihn aus seinem Schmerz leben und noch im Gefühl seiner Vernichtung sich selber lieben lässt?
Ich klammere mich an diese glückliche Jahreszeit, die so bald schon vorbei ist.
Ein spätes Mitgefühl, eine scheinbar widersprüchliche Lust führt mich zu ihr, jetzt, wo sie dem Ende entgegengeht.
Das nämliche moralische Gesetz bewirkt, dass mir der Gedanke der Vernichtung unerträglich ist, dass mir aber die Empfindung davon in dem, was vor mir vergehen muß, teuer ist.
Es ist natürlich, dass wir das vergängliche Dasein eher genießen, wenn wir um seine Hinfälligkeit wissen und es gleichwohl in uns fortdauern spüren.
Wenn uns der Tod von allem trennt, so bleibt dennoch alles; alles lebt weiter, auch ohne uns.
Aber wenn das Laub fällt, hört das Wachstum auf, es stirbt; wir aber überdauern für ein neues Werden; und darum ist der Herbst so köstlich, weil wieder für uns ein Frühling kommt.

Der Frühling ist in der Natur die schönere Jahreszeit; aber der Mensch hat sich so gestellt, daß ihm der Herbst mehr Trost gibt.
Das sprießende Grün, der Vogelgesang, die Blüte, die sich öffnet; das strahlende Licht, das dem Leben neue Kraft gibt, ihr Schatten, die ihr schützend euch über geheime Plätzchen breitet; und ihr üppigen Kräuter, ihr wildwachsenden Beeren, ihr lauen Nächte, die ihr Unabhängigkeit gewährt!
O Jahreszeit des Glücks!
Allzu sehr fürchte ich dich in meiner brennenden Unruhe.
Wenn das Jahr sich gen Abend neigt, wird mir eher Ruhe, und diese Zeit, wo alles zu enden scheint, ist die einzige, wo ich in Frieden schlafen kann auf des Menschen Erde.


(Etienne Pivert de Senancour, 1770-1846, französischer Schriftsteller)

Bekannt aus

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