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Und er hört doch ....

25.03.2012 21:51

... mein "unnützes" Gebet ist in der Sekunde erhöhrt worden in der ich es brauchte - und das obwohl ich nicht daran geglaubt habe, weil ich doch dachte es sei selbstsüchtig gegen "natürliche" Entwicklungen zu beten - aber auch im Alterungsprozess schenkt Gott Gnade und hält ihn für ein paar Stunden an. Das Wellnesswochenende war geretten - Danke



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Frühstück

15.04.2012 08:40

Es klingelt, ich trinke noch schnell einen letzten, kurzen Schluck Kaffee aus meiner Lieblingstasse, dann eile ich die Treppe herunter. So lange schon freue mich auf Dich – zum spazieren sind wir verabredet und ich warte schon die ganze Nacht auf den ersten Sonnenstrahl, der begleitet vom lieblichen Gesang der Nachtigall an meiner Nase kitzelt, um mich aus den Federn zu rufen und für den Tag zu richten.


Wir gehen ein Stück die Strasse entlang – Du lächelst, sprichst von der vergangenen Nacht in der ein Traum Deine Sinne benebelte – es war ein schöner Traum, der Dich sanft einhüllte – Seifenblasen, bunte Farben, sanfte romantische Musik …. Wir gehen plaudernd bis der Waldweg unsere Straße kreuzt, lang und steil räkelt er sich vor uns – wir nehmen es in Angriff, Dein kurzer Blick auf meine Schuhe spricht Bände, aber so ist es nun mal – der Gesang der Waldvögel begleitet unsere Fröhlichkeit, die Bäume untermalen dieses Lied mit leisem Rauschen – es ist als sänge ein Backgroundchor – ein kleines Rinnsal plätschert dazu. Wir gehen langsam nebeneinander her, zärtlich das Gefühl als unser Handknöchel sich zufällig berühren – die Wärme Deines Blickes lässt mich zerfließen, Du scheinst so stark und unumstößlich und doch, wenn ich durch die Türen Deiner Seele sehe, diese wundervollen Augen, erkenne ich den Verstand, die sanfte Sehnsucht nach Zweisamkeit – so gern würde ich Deine Hand halten – aber es sind keine 5 Minuten, die wir miteinander geteilt haben und doch ist es, als kenne ich Dich schon ewig. Die vielen Mails – die Gedanken – Deine Kreativität – all das hat mich Dir schon so nahe gebracht, als ob wir seit Jahren befreundet sind. Warm und weich ist die Hand, die sich in meine schmiegt ich erschrecke vor dem Gedanken, dass Du genau weißt wonach ich mich gerade sehne – nach ein paar Minuten muss ich stehen bleiben, verschnaufen – Schweiß perlt sich auf meiner Stirn – Du lächelst – gibst mir alle Zeit, die ich brauche um wieder zu Atem zu kommen. Als wir weitergehen, nimmst Du mich zärtlich in Deinen Arm. Wieder durchfährt mich der Schrecken oder ist es das Kribbeln, das entsteht, weil ich aufgeregt bin – ich plappere Zeugs, Du unterstreichst es mit weichen Tönen, ich habe das Gefühl Du hörst nicht die Worte, die aus meinem Mund sprudeln, sondern folgst dem Klang und lauschst der Seele, die Dir gerade zu verstehen gibt, dass sie sich sauwohl fühlt. Der nächste Halt gilt dem Kreuz, an dem noch ein lebloser Körper aus zerfallenem Holz hängt – Kerzen stehen davor und eine weibliche Statue – die traurig auf das Kreuz sieht – ich höre nur den Pulsschlag in meinen Adern und stehe unter Elektroschock – all das elektrisierende Kribbeln das in mir Aufzug fährt macht mich fast taub. Ich halte den Atem an, warte bis Du mich sanft vorwärts drückst. an der Weggabelung mache ich Dich auf die kleine Quelle aufmerksam – dort steht eine moosbewachsene Bank, Du lächelst, hörst meinen Ausführungen zu und folgst mir, als meine Richtung auf die Bank zuführt – ich meine Dich immer mehr lächeln zu sehen – es ist eine Magie, der ich nicht entfliehen will – ich setze mich. Du gehst ein kleines Stück weiter und kommst mit einem Bastkorb zurück – wieder dieses Lächeln. Als Du den Deckel hebst entdecke ich Croissants, selbst gemachte Erdbeermarmelade, Butterflöckchen, Tassen, eine Thermoskanne – langsam ziehst Du Stücke des Inhalts aus dem Korb – so lange bis ein reich gedeckter Frühstückstisch vor mir auf der Bank aufgebaut ist. Als Du meine Freude entdeckst, strahlst Du. Deine Augen funkeln wie die gerade untergegangenen Sterne, wie kleine Glühwürmchen flackert es in ihnen, als Du die Kerze anzündest und mir liebevoll ein Croissant reichst. Dein Blick weicht nicht von mir – ich fühle mich als hättest Du alles im Blick – jede Bewegung wird von Dir erfasst, ich lasse mich gefangen nehmen, bin wie hypnotisiert – schaue Dir zu wie Du genüsslich Dein Croissant in die Butterstücke tauchst und wünsche mir der Schokoladenklecks zu sein, der gerade in Deinem Mundwinkel klebt. Ich wage kaum zu atmen, meine Lungen füllen sich mit der kühlfeuchten Waldluft. Kein Wort stört die Magie dieses Momentes, das Gurren der Tauben klingt wie ein Liebeslied. Ein scheues Reh sieht zu uns rüber es scheint, als wundere es sich über diese zwei Menschen, die sich so nahtlos in dieses Naturschauspiel eingereiht haben – der Duft des dampfenden Kaffees gibt der Situation etwas Surreales, erst jetzt fällt mir auf mit welcher Akribie Du diesen Moment geplant hast. Wie wertvoll das ist, wie kostbar dieser Moment so rein und so unerreicht, noch nie da gewesen. Mittlerweile hat sich mein Blut in Sprudelwasser mit viel Kohlensäure verwandelt, so fühlt es sich an das Kribbeln, das nun durch meinen ganzen Körper pulsiert. Deine Blicke, Deine Poesie, Deine Bewegungen, der Klang deiner Stimme all das ist wie ein Musical für meine Sinne und gleichzeitig spielt die Natur ihre Harmonie dazu. Sonnenstrahlen dringen gefiltert durch die Blätter und streicheln sanft Deinen Haaransatz, Du siehst aus wie ein Engel, der gerade aus dem Himmel herabgestiegen ist – die kühle Morgenluft erwärmt sich langsam. Unser Picknick neigt sich dem Ende zu – Du lächelst immer noch, als Du mich vor meiner Türe umdrehst mir Zärtlichkeiten in mein Ohr flüsterst und langsam meine Hand loslässt – hast Du sie wirklich die ganze Zeit gehalten?
Lange stehe ich noch auf der Treppe vor dem Haus und schaue in die Richtung in die Deine Auto gefahren ist – so lange bis Regentropfen meine Nasenspitze berühren – sanft klopfen sie auf meine Wangen – als wollen sie einen Ohnmächtigen wecken – ich spüre sie nicht – erst als die Tropfen aus meinem Hemd in die Schuhe tropfen und die Kälte meine warmen Fußrücken schockt – erst dann schleiche ich die Treppen zu meiner Wohnung – im Bad trockne ich die Haare in einem Handtuch – langsam erholt sich mein Herzschlag und mein Herz rutscht wieder an den alten Platz zurück – als ich in den Spiegel schaue entdecke ich Dein Lächeln – in meinem Gesicht.



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