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Tod, wo ist dein Sieg? Unterwelt, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,55; Hos 13,14)
12.05.2012 13:52
Da der Tod nun einmal durch den Retter besiegt und ans Kreuz genagelt ist wie an einen Schandpfahl, treten ihn alle, die in Christus wandeln, mit den Füßen. Sie legen Zeugnis ab für Christus, verspotten den Tod, machen sich über ihn lustig und wiederholen, was über ihn geschrieben steht: „Tod, wo ist dein Sieg? Unterwelt, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,55; Hos 13,14)... Wird der Sieg, den der Herr über den Tod errungen hat, unzulänglich dargestellt, wenn Christen, Kinder und junge Mädchen, das gegenwärtige Leben missachten und sich lieber auf den Tod vorbereiten, als ihren Glauben zu verleugnen? Naturgemäß fürchtet der Mensch den Tod und den Zerfall seines Leibes; aber, was ganz und gar einmalig ist: wer an das Kreuz glaubt, der weist dieses natürliche Empfinden von sich und fürchtet um Christi willen den Tod nicht mehr...
Wenn der Tod, einstmals so stark und deshalb so gefürchtet, jetzt, nach der Ankunft des Herrn, nach seinem leiblichen Tod und seiner Auferstehung, missachtet wird, dann ist es offensichtlich, dass er von Christus, dem Gekreuzigten, vernichtet und besiegt ist. Wenn die Nacht schwindet und die Sonne aufgeht und die ganze Erde in Licht taucht, dann gibt es absolut keinen Zweifel daran, dass die Sonne, die ihr Licht überall verbreitet, dieselbe ist, die die Finsternis verjagt und alles erleuchtet hat. So... ist es auch offenkundig, dass der leiblich erschienene Retter identisch ist mit dem, der den Tod vernichtet hat und den Sieg über ihn jeden Tag in seinen Jüngern beweist... Wenn man sieht, dass Männer, Frauen und Kinder sich wegen ihres Glaubens auf den Tod geradezu losstürzen – wer kann dann noch so dumm, so ungläubig, so verblendet sein, dass er nicht verstünde, dass diese Menschen für Christus Zeugnis ablegen, für den, der die Macht des Todes in allen bricht, die an ihn glauben und das Zeichen des Kreuzes tragen, und der allen seinen Sieg über den Tod zum Geschenk macht.
Athanasius (295 - 373),
Über die Fleischwerdung des Wortes, 27-29; PG 25, 143; SC 199
«Ihr stammt nicht von der Welt, weil ich euch aus der Welt erwählt habe»
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Und was denn, wenn es niemand gibt, der uns im Inneren lehrt,
08.05.2012 22:04Mit gutem Grund verspricht der Herr, dass der Geist „euch alles lehren wird“. Denn wenn der Geist nicht das Herz derer anrührt, die hören, dann ist das Wort derer, die lehren, vergeblich gesprochen. Wenn also jemand lehrt, dann soll der Belehrte das, was ihm beigebracht wird, nicht dem Mund des Lehrenden zuschreiben: wenn es niemand gibt, der uns im Inneren lehrt, dann redet die Zunge des Lehrenden ins Leere.
Ihr alle hier hört in gleicher Weise meine Stimme, und doch versteht ihr nicht in gleicher Weise das, was ihr hört... Das bedeutet: die Stimme instruiert den Hörenden nicht, wenn seine Seele nicht die Salbung des Geistes empfängt. Das Wort des Predigers ist wirkungslos, wenn es unfähig ist, das Feuer der Liebe in den Herzen zu entfachen. Die Jünger, die sagten: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?“ (Lk 24,32), hatten das Feuer aus dem Mund der Wahrheit selbst empfangen. Wenn wir ein solches Wort vernehmen, dann gerät das Herz in Brand, es legt seine kalte Starre ab, es kennt keine Ruhe mehr und geht daran, sich nach den Gütern des Himmelreichs zu sehnen. Die wahre Liebe, von der das Herz erfüllt ist, lässt es in Tränen ausbrechen... Wie glücklich ist das Herz, wenn es diese Lehre von oben vernimmt und diese Gebote, die in uns gleichsam zu einer Fackel werden, die uns in Brand setzt... in einen Brand der Liebe im Innern. Das Wort dringt an unser Ohr, und unser gewandelter Geist verzehrt sich in sanftem inneren Feuer.
Gregor der Große
«Der Heilige Geist wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe»